Kategorie: Live

  • Endseeker mit finaler EP und letzten Konzerten:

    Death-Metal mit Haltung, der fehlen wird

    Es ist eine der seltenen Konstanten im oft volatilen Musikgeschäft: Im Jahre 2014 in Hamburg gegründet, hat die Death-Metal-Formation Endseeker in den vergangenen zwölf Jahren das Kunststück vollbracht, mit ihrer Startbesetzung konsequent durchzuspielen, ohne einen Zu- oder Abgang.

    Lenny Osterhus (Gesang), Ben Liepelt und Jury Kowalczyk (Gitarren), Torsten Eggert (Baß) und André Kummer (Schlagzeug) funktionierten wie ein Uhrwerk. Nun zieht das Quintett überraschend den Stecker. Am 19. Juni  erschien mit »Coffin Born« das finale Werk der Band – und es ist kein langes Album geworden, sondern eine bissige, fünf Tracks kurze oder lange EP, die den Kreis zu ihren Anfängen schließt.

    Schwedischer Sound aus Hamburg

    Endseeker haben nie einen Hehl aus ihren musikalischen Wurzeln gemacht. Ihr Metier war von Tag eins an der schwedische Death Metal der frühen Neunzigerjahre.Bands wie Entombed oder Dismember standen Pate, doch die Hamburger bauten daraus eine eigene, hocheffiziente Spielart: extrem hart, manchmal groovig und gespickt mit einer Live-Energie, die sie schnell vom Geheimtipp zu einer der verläßlichsten Nummern der europäischen Extreme-Metal-Szene aufsteigen ließ.

    Nach Meilensteinen wie »Mount Carcass« (2021) und dem apokalyptischen »Global Worming« (2023) folgt nun das kalkulierte Ende. Man wolle auf dem Höhepunkt abtreten, ließ die Band verlauten. Kein schleichender Niedergang, sondern ein sauberer Abschluß.

    Antifaschismus und ein Hasselhoff-Cover

    Die Abschieds-EP »Coffin Born« demonstriert noch einmal die gesamte Bandbreite des Hamburger Fünfers. Der Opener und die Vorabsingle »Enemies of Peace« bricht als der technisch schnellste Song der Bandgeschichte über den Hörer herein. Mit einer wütenden Mischung aus Death Metal, Punk und einer unmißverständlichen antifaschistischen Botschaft zeigt die Band politische Haltung – ein Element, das Endseeker in ihrem Genre stets ausgezeichnet hat.

    Daß der Humor auf der letzten Platte nicht zu kurz kommt, beweist der finale Track der EP: Eine eigenwillige Coverversion von David Hasselhoffs »True Survivor«. Für den nötigen cineastischen Bombast haben sich Endseeker hierfür Schützenhilfe von Lord Of The Lost geholt. Es ist ein Abschied mit einem schweren Riff und einem Grinsen im Gesicht.

    Der letzte Vorhang fällt im Winter

    Mit dem Release von »Coffin Born« läuten Endseeker gleichzeitig das letzte Kapitel ihrer Bandgeschichte ein. Wer die Hamburger noch einmal live erleben möchte, hat im Herbst die Gelegenheit dazu, muß allerdings von Luxemburg ein bißchen fahren: Nach den Sommerfestivals folgt im Herbst und Winter eine ausgiebige Clubtour quer durch Deutschland.

    Der endgültig letzte Vorhang wird im Dezember im Hamburger Traditionsclub Knust fallen – in der Stadt, in der vor zwölf Jahren alles begann. Was bleibt, ist eine makellose Diskografie und der Beweis, daß man im Metal in Würde abtreten kann. Das musikalische Gesamtwerk bleibt, auch wenn eine Band mit klarer Haltung weniger immer  ein Verlust ist.

    Die EP »Coffin Born« ist am 19. Juni bei Metal Blade Records erschienen. Weitere Infos unter: www.metalblade.com/endseeker/. Full Album Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=OEJbJHhnjBE.

    Endseeker gehen mit letzter EP auf letzte große Fahrt.

    (Text: chrkuehne, Foto: Metal Blade Records/Endseeker)

  • Morgen in Belval:

    Die Death-Thrash-Meister aus Hyderabad

    Wer an Extreme Metal denkt, hat meistens Skandinavien, die USA oder Mitteleuropa im Kopf. Doch am morgigen Mittwoch beweist die MK Bar in Belval ein weiteres Mal, daß die globale Metal-Landkarte längst neue Zentren hat. Mit Godless kommt eine der derzeit spektakulärsten Death-Thrash-Kombos Südasiens nach Belval

    Gegründet im Jahr 2015 im indischen Hyderabad, hat sich das Quartett in den vergangenen zehn Jahren an die Spitze der asiatischen Underground-Szene gekämpft. Spätestens seit ihrem triumphalen Auftritt in Wacken 2018 ist die Band auch europäischen Genrefans ein Begriff. Der Sound von Godless ist dabei keine Neuerfindung des Rades, sondern eine perfekt exekutierte Ehrerbietung an die Urväter des Genres. Hier trifft die Geschwindigkeit des Old-School-Thrash-Metal auf die tonnenschwere Brutalität des klassischen Death Metal der Marke Vader oder Morbid Angel.

    Die aktuelle Visite in Luxemburg ist Teil einer 36 Termine umfassenden Europa-Tournee, mit welcher die Band ihr 10-jähriges Bestehen feiert. Nach einer ausverkauften Club-Tour quer durch den indischen Subkontinent sind die Männer um Abbas Razvi nun also in Europa unterwegs und starten die Tour in Belval.

    Im Gepäck haben sie dabei nicht nur Klassiker ihres gefeierten Debütalbums »States of Chaos« (2021), sondern auch brandneues Material. Mit der aktuellen EP »Genesis of Decay« und der jüngst erschienenen Single »Architect of Torment« haben Godless bewiesen, daß sie trotz eines Sängerwechsels nichts von ihrer messerscharfen Präzision eingebüßt haben.

    Lokale Unterstützung gibt es heute Abend von den luxemburgischen Death-Metallern Black Bleeding.

    Einlaß in die MK Bar (1 Avenue du Swing, Belval) ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Eintritt 10 Euro Abendkasse (bar oder digital).

    (Text chrkuehne)

  • 20 Jahre Scarlet Anger

    Jubiläumskonzert in der Escher Kufa

    Am kommenden 23. Januar 2027 feiern die Luxemburger Thrasher Scarlet Anger in der Escher Kulturfabrik ihr 20-jähriges Bandjubiläum und erklären dazu: »Vom ersten Tag an wart ihr Teil dieses Abenteuers. Von den ersten Riffs bis zu den wildesten Moshpits, von kleinen Clubs bis zu unvergeßlichen Konzerten. Eure Unterstützung hat uns auf jedem Schritt dieser Reise getragen.«

    Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 haben sich Sänger Joe Block und seine Mitstreiter einen Ruf erarbeitet, der weit über die Landesgrenzen hinausreicht. Ihr musikalischer Werdegang hat dabei bisher drei markante Studioalben hervorgebracht, von denen zuletzt »Martyr«  im Jahr 2024 erschienen ist. Vor einiger Zeit gab die Band außerdem bekannt, einen Plattenvertrag beim renommierten deutschen Label Metalville Records unterschrieben zu haben. Ein neues, viertes Studioalbum ist noch für Ende 2026 angekündigt.

    Am kommenden 23. Januar 2027 werde man aus diesem Grund 20 Jahre Metal mit einem mit einem außergewöhnlichen »Scarlet Anger & Friends«-Konzert in der Escher Kufa feiern. Dieser Abend sei all jenen gewidmet, welche die Band über die Jahre begleitet haben: Freunde, Fans und Familie.

    Der Eintritt kostet im Vorverkauf 20 Euro, Abendkasse wird am Veranstaltungstag 22 Euro kosten. Der Vorverkauf läuft bereits unter https://kulturfabrik.lu/event/scarlet-anger-2026. Beginn wird um 18 Uhr sein.

    (Text: chrkuehne, Foto: kulturfabrik.lu)