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  • Drawn by Evil mit neuem Album »Shores«

    Moderner Metal aus dem Saarland:

    In der Metal-Szene der Großregion sind sie längst keine Unbekannten mehr, tourten sie doch bereits mit ihrem Debüt-Album »Another Sin, Another Life« (2019) bereits vor der Pandemie durch ganz Deutschland. Mit ihrem neuesten Werk katapultieren sich Drawn by Evil nun wohl endgültig in höhere Sphären der  Aufmerksamkeit. Die Saarbrücker Formation hat am 5. Februar 2026 ihr lang erwartetes Album »Shores« veröffentlicht und erntete dafür bereits begeisterte Kritiken in der Fachpresse.

    Vom Erbe zur eigenen Identität

    Die Geschichte der Band ist geprägt von Evolution. 2019 aus der Formation Ignition hervorgegangen, markierte bereits das erwähnte Debüt »Another Sin, Another Life« einen stilistischen Wendepunkt hin zu moderneren, härteren Klängen. Nach einer Phase der Neufindung während der Corona-Jahre und dem Einstieg von Sänger Sebastian Theobald im Jahr 2023 hat die Band nun zu einem Sound gefunden, der den Spagat zwischen roher Energie und atmosphärischer Tiefe meistert.

    Das neue Album »Shores« zeigt die handwerkliche Reife der Akteure und ihrer Produktion. Musikalisch bewegen sich Drawn by Evil im Modern Metal, fürchten sich aber nicht, Anleihen bei anderen Stilrichtungen, wie etwa beim Groove, zu machen. Dadurch erhalten die Songs eine enorme Durchschlagskraft.

    Thematisch greift die Band dabei tief: In Songs wie der Vorabsingle »Unburdened« setzen sich die Musiker intensiv mit psychischen Belastungen und Depressionen auseinander. Es ist diese authentische Herangehensweise, die der Band in Fankreisen eine hohe Glaubwürdigkeit verschafft. Frontmann Sebastian Theobald gelingt es dabei, die emotionale Last der Texte stimmlich eindrucksvoll zwischen aggressiven Shouts und hymnischen Refrains zu transportieren.

    Daß die Band auch live eine Naturgewalt sein kann, bewies sie zuletzt 2024 als Support für die britisch-amerikanische Kombo Kill the Lights. Mit dem Rückenwind des neuen Albums im Gepäck stehen die Zeichen für 2026 auf Sturm. »Shores« markiert dabei nicht nur einen musikalischen Höhepunkt, sondern festigt den Status von Drawn by Evil als einer der derzeit spannendsten Metal-Exporte aus dem Saarland.

    Am kommenden 16. Mai werden die Jungs auch das »Hell Keller« Metal Fest in Wellenstein (L) beehren. Weitere Infos hierzu unter: https://www.instagram.com/hell_keller_welleschten/?hl=de oder https://www.facebook.com/events/838155992437701/?locale=de_DE.

    Das Album »Shores« ist am 5. Februar 2026 bei MDD Records/Black Sunset erschienen. Weitere Infos: https://drawnbyevil.de/.

    Drawn By Evil (Foto: https://drawnbyevil.de)

    Text: chrkuehne, Photo: Drawn By Evil

  • Teutonic Slaughter sind mit neuem Album zurück

    »Cheap Food« ist solider Ruhrpott-Thrash

    Die Gladbecker Thrasher mit dem in der deutschen Übersetzung doch eigenwilligen Namen Teutonic Slaughter sind zurück mit einem neuen Album. »Cheap Food« heißt der dritte Longplayer der vierköpfigen Combo und brilliert im Anschluß an einen einleitenden gesprochenen Rückblick auf das Geiseldrama von Gladbeck, ihrer Heimatstadt, im Jahre 1988 mit astreinem Ruhrpott-Thrash. Dazu kommt ein schönes oldschoolig-augenzwinkerndes Plattencover. Zugegeben: Recht kurz ist die Platte mit gerade einmal acht Songs und 36 Minuten Spieldauer eigentlich schon. Nach dem Intro, welches die Abfolge der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Geiseldrama aufzählt und dabei leider den Tod des 14-jährigen Emanuele De Giorgi vergißt, welcher im zwischenzeitlich gekidnappten Bus versuchte, seine kleine Schwester zu beschützen, startet der direkt nachfolgende Song »Hostage« deutlich konsequenter das neue Album. Rund vier Jahre nach dem letzten Album »Decade Of Terror« (2022) tut es gut, wieder was Neues von den Jungs zu hören. Dabei bleibt die Band ihrem »Oldschool« Thrash-Metal treu. Der Charme der 1980er, als Bands wie Kreator oder Sodom in den Kinderschuhen steckten und einfach schnellen Thrash spielen wollten. In diesem Zusammenhang seien auf der neuen Platte insbesondere der Titelsong »Cheap Food«, »Redistribution« oder »Eviscerating Surgery« empfohlen. »Give em Hell«, der letzte Track läßt irgendwie Pennywise-Vibes aufkommen und streut zum Ende noch einmal Nachrichtenfetzen zum Geiseldrama, gesprochen vom 2019 verstorbenen Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben, in die ausklingende Musik ein.

    Die neue Platte weiß meiner Ansicht nach insgesamt absolut zu überzeugen, läßt sich top immer wieder am Stück durchhören, und wen die kurze Spieldauer vielleicht stört, dem sei gesagt, daß das Album auch nicht die üblichen Vinyl- oder CD-Preise aufruft, sondern mit 18 Euro für die LP und 12 Euro für die CD ein gutes Stück darunter liegt. Doch überhaupt sollte man als Fan des Genres auch nicht unbedingt bei den »Kleineren« der Szene geizig sein, ohne »klein« abwertend zu meinen. So gerne ich Kreator höre, so sehr mag ich das gute alte »Geballer« und die Jungs haben mich mit ihrer neuen Platte absolut nostalgisch abgeholt. Nicht aufgrund der schrecklichen Ereignisse in ihrer Heimatstadt, die natürlich ihrerseits niemals vergessen werden dürfen, sondern mit ihrem Thrash.

    Teutonic Slaughter – »Cheap Food«. Erschienen am 30. Januar 2026 bei Iron Shield Records.

    (Text: chrkuehne, Foto: teutonicslaughter.bigcartel.com/)

  • Das 16. Studio-Album der Essener Urgesteine:

    »Krushers Of The World« von Kreator ist da

    Einigen vagen Ankündigungen bei Live-Auftritten im vergangenen Sommer folgte dann im Herbst die Gewißheit: Kreator hatten ein neues Album in der Pipeline. Unter den Rummel um den Dokumentarfilm »Hate & Hope« von Kordula Kablitz-Post, welche die Band ab Wacken 2023 rund ein Jahr mit der Kamera begleitet hatte, und die Autobiographie »Your Heaven – My Hell« von Frontmann Mille Petrozza mischten sich erste Infos zu neuen Songs, bevor Ende September mit »Seven Serpents« der Eröffnungstrack des neuen Albums vorgestellt wurde. Die Meinungen waren geteilt, insbesondere auch aufgrund des größtenteils KI-generierten Videos. Petrozza selbst gab in Interviews anschließend zu: »Mehr KI muß nicht sein«.

    Ganz anders kam Ende Oktober »Tränenpalast« an: Eine Hommage an »Suspiria«, einen berühmten italienischen Horrorfilm von Dario Argento (1977) über eine Tänzerin an einer Ballettschule, die von Hexen geleitet wird und in der düstere, okkulte Geheimnisse lauern. Das Duett mit Hiraes-Sängerin Britta Görtz und ein hochwertig produziertes Video runden dieses Werk ab. Dagegen fällt der namensgebende Titeltrack des Albums in Sachen Härte fast schon wieder in den Schatten. Genau, wie der nach »Seven Serpents« folgende zweite Song »Satanic Anarchy« fällt er nach einem starken Beginn eher in einen gefälligen Mainstream-Thrash. Ab »Tränenpalast« allerdings nimmt das neue Album Fahrt auf. »Barbarian« ist eine Hommage an den guten alten Thrash-Metal der 1980er und 90er Jahre, gefolgt von »Blood Of Our Blood«, »Combatants« und »Psychiotic Imperator«. Der Abschluß »Loyal To The Grave« im Anschluß an das noch einmal schön oldschoolige »Deathscream«  klingt sauber und voluminös, jedoch wieder ganz anders, als die klassisch angehauchten Thrash-Tracks davor.

    Kritiker werfen Kreator vor, mittlerweile zu sehr im melodischen »Stadion-Thrash« zu versinken, wobei das Vorgänger-Album »Hate Über Alles (2022) eine Menge Kritik einstecken mußte. Nach der Veröffentlichung des schauerlichen KI-Videos zu »Seven Serpents« fürchteten manche Thrash-Puristen, die sich nicht von der Frühphase der Band lösen mögen, schlimmes. Doch auch wenn 2-3 Tracks des neuen Albums vielleicht einen Tick zu weichgespült daherkommen, liefern Kreator wie gewohnt ab. Eine Band hat immer das Recht, sich weiterzuentwickeln. Und wie sagte Randy Blythe, Sänger von Lamb Of God, einmal treffend: »Wir machen Musik für fünf Leute (die Bandmitglieder. Anm. d. Red). Wenn sie dir nicht gefällt, ist mir das egal. Mir gefällt sie«.

     Kreator-Frontmann Petrozza strotzt vor Ideen, verarbeitet viele aktuelle politische und gesellschaftliche Themen in seinen Texten und seine Mannen,  Sami und Frédéric an Gitarre und Baß sowie Kindergartenkumpel Ventor am Schlagzeug setzen diese ein weiteres Mal gekonnt um. Eine gute Einstimmung auf die anstehende Europa-Tour der Band, in deren Rahmen sie, begleitet von Exodus, Carcass und Nails, am kommenden 31. März auch in der Escher Rockhal gastieren. Mille Petrozza verspricht im Vorfeld nicht weniger als eine Show der Superlative: »Dies wird die größte Produktion, die wir je auf Tour mitgenommen haben.«

    Das Album »Krushers Of The World« ist am 16. Januar 2026 bei Nuclear Blast Records erschienen.

    Dark Red/White Vinyl, limitiert auf 500 Stück.
    Schönes Teil.

    (Text und Fotos: chrkuehne)

  • Das Ende einer Ära naht: Das letzte Album von Megadeth

    Über 40 Jahre lang hatten sie großen Anteil an der Definierung des Thrash Metal. Megadeth werden oft gemeinsam mit Metallica, Slayer und Anthrax zu den »Big Four« des Thrash Metal gezählt.

    Nun ziehen Dave Mustaine und seine Mannen den Schlußstrich. Mit der Veröffentlichung ihres 17. und offiziell letzten Studioalbums mit dem Selbsttitel »Megadeth« am 23. Januar läutete die Band ihr finales Kapitel ein. Begleitet von einer mehrjährigen weltweiten Abschiedstournee und einem cineastischen Rückblick, verneigt sich eine der einflußreichsten Metal-Bands der Geschichte vor ihren Fans.

    Ein Album als Vermächtnis

    Das schlicht »Megadeth« betitelte Abschiedswerk präsentiert die Band auf einem technischen Zenit. Stimmen aus der Fachpresse  feiern die Platte als »würdigen, ungeschminkten Abschied«. Während der Opener »Tipping Point« bereits als moderner Klassiker gehandelt wird, zeigt sich Frontmann Dave Mustaine in Stücken wie »Hey God« so reflektiert und verletzlich wie selten zuvor. Das hat teils sicherlich auch mit einer Veränderung seines Gesangs zu tun, der nach einer im Jahr 2020 überstandenen Krebserkrankung nicht mehr so vielseitig sein kann, wie früher. Für seinen Ruhestand im Anschluß an die mehrjährige letzte Tour freut Mustaine sich auf mehr Familienzeit und einen eigenen Bauernhof mit Tieren.

    Musikalisch schließt sich der Kreis: Die Riffs erinnern teils an Meilensteine wie »Countdown to Extinction«, während der neue Gitarrist Teemu Mäntysaari mit präzisen Soli beweist, warum er die perfekte Wahl für das letzte Line-up war. Ein besonderes Highlight: Das Album schließt mit einer neu aufgenommenen Version von »Ride the Lightning« – jenem Song, den Mustaine vor über vier Jahrzehnten für seine Ex-Band Metallica schrieb, bevor er diese aufgrund seiner damaligen Alkohol- und Drogenprobleme verlassen mußte. Kritiker mögen bemängeln, daß die alte Rotzigkeit fehlt, die dem Thrash grundsätzlich innewohnt. Sind die Texte gewohnt politisch und gesellschaftskritisch, wirkt zumindest das letzte Album mitunter etwas sehr klinisch.

    Auf letzter Tour – auch in Luxemburg

    Für die Fans in Luxemburg gibt es derweil noch ein besonderes Datum im Kalender: Am kommenden 11. Juni werden Megadeth im Rahmen ihrer »Crush the World« Abschiedstournee in der Escher Rockhal gastieren. Es wird zumindest hierzulande die letzte Gelegenheit sein, Klassiker wie »Symphony of Destruction« oder »Holy Wars… The Punishment Due« noch einmal live zu erleben. Der Vorverkauf läuft bereits unter: https://rockhal.lu/shows/megadeth/.

    Das Album »Megadeth« ist am 23. Januar 2026 erschienen bei BLKIIBLK Records. (Foto: Megadeth.com)

    (Text: chrkuehne)

  • Turbobier und Alkbottle live zum Jahresabschluß

    Auf Konzertreise in der vorweihnachtlichen Steiermark

    So oft ich in Österreich verweile, so selten mache ich dies für gewöhnlich in der kalten Jahreszeit. Zugegeben: Eine etwas schnapsige Idee war es schon, als ich im luxemburgischen Hochsommer erfuhr, daß Alkbottle, eine alteingesessene Punkrock-Band aus Wien, Weihnachtskonzerte ankündigten, eines in Wien und eines am vergangenen Samstag in Graz. Da ich die Jungs schon länger höre, sie schon immer auch mal live sehen wollte und zudem Graz immer eine Reise wert ist, kaufte ich kurzerhand ein Ticket für »Biernachten« in Graz am vergangenen Samstag. Zwischenzeitlich gaben auch Turbobier, ebenfalls aus Wien und eigentlich noch mehr und länger von mir verehrt, die Termine ihrer 10-Jahres-Jubiläumstour in Österreich bekannt.

    Diese wurde als Clubtour gestaltet und führte die Jungs in kleinere Locations, darunter auch am vergangenen Freitag ins Sublime in Aflenz in der Steiermark. Ein kurzer Check ergab, daß sich das Örtchen rund eineinhalb Autostunden nördlich von Graz befand. Ein rot-weiß-rotes Punkrock-Wochenende war geboren und zu allem Überfluß, manchmal ist das Schicksal mir wirklich hold, trug auch noch der Grazer AK an jenem Samstagnachmittag sein letztes Heimspiel vor dem Jahreswechsel im Stadion Liebenau aus. Jackpot!

    Am vergangenen Freitagmorgen um 3 Uhr klingelte der Wecker und es ging los. Erstaunlicherweise vergingen die rund 10 Stunden Autofahrt von Luxemburg nach Aflenz wie im Fluge und ich war sogar noch vor der Check-In-Zeit angekommen. Schnell noch eine Palette Hülsen vom »bierigen Bier« aus Graz-Puntigam gekauft und das Zimmer bezogen, war ich trotz der langen Anfahrt zu aufgeregt, um mich noch mal ein Stündchen aufs Ohr zu legen.

    Willkommen in Aflenz
    Das Sublime in Aflenz

    Das Sublime in Aflenz ist ein kleiner Musikclub, der genau das Gegenteil des winterlich verschlafenen Kurortes war: Der Laden brannte förmlich, nicht zuletzt durch die absurd-unterhaltsame Performance der Vorgruppe Horny Monkeys, die sich selbst als eine Gruppe »verrückter Freunde« bezeichnen, die Musik »irgendwo zwischen Kuschelrock und Dubstep« machen.

    Horny Monkeys

    Turbobier haben immer wieder ein Händchen für ihre Vorgruppen. Im Dezember 2024 in Karlsruhe durfte ich deshalb Heckspoiler zum ersten Mal live erleben. Instant Fan!

    Turbobier starteten dann den Abend in Aflenz mit »Feuerwehrfestl«, einem meiner absoluten Favoriten, genau wie die nachfolgenden »Floschenpfand« und »I hoss olle Leit«. Den Abschluß machte der legendäre »Fuaßboiplotz«. Im Prinzip bestand der größte Teil der Jubiläums-Setlist aus Lieblingssongs.

    Club-Ambiente im Sublime

    An diesem Freitagabend war der Laden nicht komplett ausverkauft aber die Stimmung war grandios. Nur die aufblasbare Badeinsel wollte nicht so richtig mit den Leuten in Symbiose treten. Die Polonäse funktionierte dafür umso besser.

    Das mit der Badeinsel klappte nicht so recht

    Turbobier habe ich zur Zeit ihrer Albumveröffentlichung von »King Of Simmering« durch Zufall entdeckt. Insbesondere der Song »Tanke« war unter uns Fußballfans eine echte Hymne, da wir uns zu dieser Zeit regelmäßig vor Spielen an der Tankstelle trafen. So entstand für mich eine Punkrock-Musikliebe zwischen Luxemburg und Wien. Ohnehin bin ich musikalisch ziemlich austrophil. Schon in sehr jungen Jahren waren Falco, die Erste Allgemeine Verunsicherung oder S.T.S. Bands, die ich gerne und regelmäßig hörte. Diese Verbundenheit entstand vermutlich durch die zahlreichen Familienurlaube im Alpenland und noch heute bin ich jedes Jahr zwei bis dreimal in Österreich und liebe es.

    Marco Pogo

    Turbobier sah ich an diesem Abend zum dritten Mal live, nach Salzburg und Karlsruhe 2024. Das Ticket für Köln 2026 ist bereits gekauft, Innsbruck 2026 zusammen mit dem neuen Album vorbestellt und wer weiß, was im kommenden Jahr spontan außerdem noch geht. Am Samstagmorgen konnte ich mit Marco Pogo kurz im Hotel sprechen. Toller Moment, ich schätze ihn wirklich sehr, auch was seine mittlerweile vergangene »Bierpartei« und seine sonstigen Aktivitäten angeht. Interessant ist, daß die Auftritte von Turbobier sich immer weiter nach Westen schieben. Sogar die Niederlande sind kommendes Jahr im Programm. Vielleicht irgendwann auch mal Luxemburg?

    Das wars mal wieder, und es war wieder legendär

    Viel zu schnell ging der Freitagabend vorbei und machte wirklich Bock auf mehr. Doch am Samstag stand ja das eigentlich so genannte Highlight der Reise an mit »Biernachten« in Graz. Also ging es am Morgen nach dem Plausch im Hotel weiter in Richtung Graz. Dort war ich bereits 2022 und 2024 jeweils im Sommer und ich mag die Stadt sehr: Jugendlich-progressiv und abwechslungsreich. Hier war am Nachmittag zunächst das Spiel des Grazer AK im Stadion Liebenau, das man sich mit dem SK Sturm Graz teilt, auf dem Programm. Ich hatte das Glück, mal wieder eine große Choreographie zu erleben und das Spiel war insgesamt ansehnlich.

    Der Fanblock des GAK in Aktion. Leider gab es gegen den Linzer ASK eine 1:2 Niederlage

    Im Anschluß daran ging es mit der »Bim« (Straßenbahn) zurück ins Zentrum und von dort zu Fuß zum Kulturzentrum Explosiv. Ein alternativer kleiner Punkschuppen mit alten Ledersofas und einer guten Playlist auf den Lautsprechern.

    Nebenan im Saal hatten Alkbottle bereits begonnen und der Laden war wirklich komplett überfüllt.

    Ausverkauftes Haus bei »BIernachten« in Graz

    Auf meine Kosten kam ich absolut: Ein Alkbottle-Pulli ging mit heim, den ich mir nicht außerhalb von Österreich hätte zuschicken lassen können und alle Lieblingssongs waren dabei: »Geh Scheissn«, das freundlichste österreichische Kompliment überhaupt, »Blader, Fetter, Lauter«, »Sechs Bier«, die Hausmeisterin oder auch »Rockstar in Austria«.

    Der Abend klang für mich auf einem der erwähnten Sofas aus, bevor ich mich zurück ins Hotel aufmachte. Das wars also dann. Ein halbes Jahr Planung und der aktive Teil der Reise war abgehakt. Was folgte, war am Sonntag ein ausgedehnter Spaziergang durch das Zentrum von Graz, welches, wie bereits am Samstag sehr gut gefüllt war. Die an mehreren Stellen in der Stadt aufgebauten Weihnachtsminimärkte zogen die Massen an und entzerrten sie gleichzeitig.

    Murinsel
    Schloßbergbahn
    Der Grazer Uhrturm auf dem Schloßberg – Ein Wahrzeichen der Stadt
    Der Grazer Hauptplatz mit Rathaus

    Ich gönnte mir ein Weizenbier auf dem nebelumhüllten Schloßberg und stattete im Anschluß dem schönen Gösser Brauhaus sowie dem Café Centraal einen Besuch ab. Letzteres kann ich als Kneipentipp sehr empfehlen: Ruhiges, alternatives Ambiente mit lecker Bieren.

    Weihnachtliche Bim
    »Punti« trinken im Café Centraal
    Und Gösser im gleichnamigen Brauhaus zum Ćevapčići (nicht im Bild)

    Die Rückfahrt am Montag bot Zeit, das erlebte Revue passieren zu lassen und Vorfreude auf Turbobier in Köln im kommenden Mai im Rahmen ihrer »Das Leben is ein Oaschloch«-Tour. Vorher allerdings steht wieder jede Menge Metal auf dem Programm.

    (Text und Fotos: chrkuehne)

  • Mit »The Troops Of Doom« zurück in die Achtziger

    Brasilianer um Ex-Sepultura Jairo Guedz gastierten in Belval

    Am 11. November lud die MK Bar im südluxemburgischen Belval einmal mehr zu einem Metal-Abend der Extraklasse: Kein geringerer, als Jairo »Tormentor« Guedz, Ex-Mitglied der bekannten brasilianischen Thrash-Metaller von Sepultura, machte in der gewohnt familiären Atmosphäre der Bar mit seinen Mannen der im Pandemiejahr 2020 neu gegründeten Formation »The Troops Of Doom« im Rahmen ihrer »A Mass To The Grotesque«-Europatour halt.

    Guedz war Leadgitarrist von Sepultura in den Anfangsjahren und maßgeblich an den Aufnahmen der folgenden frühen Klassiker wie »Morbid Visions« (Album, 1986) und »Bestial Devastation« (EP, 1985) beteiligt. Nach einer freundschaftlichen Trennung von der Band widmete er sich zunächst anderen Aktivitäten, bevor er, gemeinsam mit Alex Kafer (Bass & Gesang), Alexandre Oliveira (Schlagzeug) und Marcelo Vasco (Gitarre) die »Troops« gründete. Vasco arbeitete in der Vergangenheit unter anderem als Grafiker für Slayer und Kreator. Kafer war Live-Gitarrist bei der brasilianischen Formation Matanza. Der Bandname stammt übrigens vom bekanntesten Song des Sepultura-Albums »Morbid Visions«.

    Bekannt für gepflegte Metal-Abende: Die MK Bar in Belval.

    Insgesamt also eine Menge Know-How in einer zeitlich jungen Band, die sich vor ihrem Auftritt an diesem Dienstagabend die gut gefüllte Bar von den Thrash-Lokalmatadoren »Sublind« ordentlich aufheizen ließen. Die Band ist seit ihrer Gründung 2006 längst aus den Kinderschuhen gewachsen und präsentiert ihrer treuen Fanbase soliden Thrash, der mit schnellen Riffs und experimentierfreudigen Vocals sein Vorbild ebenfalls in den 1980er und 1990er Jahren sucht. »Sublind« sind ebenfalls längst überregional bekannt und teilten sich bereits mit Metalgrößen, wie Exodus, Warbringer oder Benediction die Bühne. »Sublind«, das sind Luca Tommasi am Mikro, Kevin Gricius am Schlagzeug sowie Mehdi Addi am Bass sowie der in Kürze scheidende Ben Wilmes an der Gitarre. Die Band hat im laufenden Jahr ihre neueste EP »Metalmorphosis« veröffentlicht. Dessen Cover ist nebenbei bemerkt ein herrliches New-Wave-of-Thrash-Motiv.

    Sublind

    Alles da also für einen weiteren Top-Metalabend für kleines Geld: Mit 20 Euro im Vorverkauf war man diesmal dabei und auch in kleinen Kneipen kann durchaus gemoshed und abgetanzt werden. »The Troops Of Doom« haben in ihrer noch kurzen Bandgeschichte bisher zwei Alben veröffentlicht, von denen das letzte, »A Mass To The Grotesque«, namensgebend für die Tour, im vergangenen Jahr erschien. Ihr selbst auferlegter Anspruch, die alten Zeiten, inspiriert von der frühen Ära von Sepultura sowie Bands wie Slayer, Celtic Frost, Kreator und Possessed wieder auferstehen lassen zu wollen, ist vollauf gelungen.

    The Troops Of Doom. V.l.n.r.: Alexandre Oliveira (Schlagzeug), Marcelo Vasco (Gitarre), Alex Kafer (Bass & Gesang) und Jairo »Tormentor« Guedz (Gitarre).

    Songs vom neuen Album, wie »Chapel Of The Unholy« oder »Dawn Of Mephisto« sind mit ihrer Oldschool Mischung aus Death- und Thrash-Metal nur zwei Beispiele, daß von dieser Formation noch viel zu erwarten sein darf.

    Auch für Merch zu fairen Preisen war gesorgt. So gab es neben der neuen EP von »Sublind« auch die aktuellste Scheibe von »Troops Of Doom« sowie einiges an Shirts und anderen Devotionalien beider Gruppen.

    »A Mass To The Grotesque« (2024). Blue Vinyl limitierte Tour Edition.

    Text und Fotos: chrkuehne

  • Bridel! Bang Your Heads!

    16. Ausgabe des »Metalfestival Kopstal«

    Es war bereits die sechzehnte Edition des mittlerweile überregional bekannten Metalfestivals Kopstal, welches erneut in der Brideler Sporthalle stattfand. Und die Metalheads von nah und etwas weniger nah ließen sich das Lineup der luxemburgischen Metal-Creme nicht entgehen. Bereits um 13 Uhr fiel am vergangenen Samstag der Startschuß mit der Band Viktoria, nachdem in letzter Minute aufgrund gesundheitlicher Absagen von Count Wizzard und Kraton noch einmal am Zeitplan gewerkelt werden mußte. Eingesprungen sind für Kration die Melodic-Black-Metaller von Dreadnought. So schade es um die Ausfälle ist, so schön war es, Dreadnought wieder einmal in Aktion zu sehen. Ihr letztes Album »Path To The Unknown« sei hiermit ans Herz gelegt.

    Den nachfolgenden Auftritten von Last Prophecy und Fallen Lies folgte eine Jam Session, an der auch die Nachwuchsmetaller ihre Freude hatten, bevor im Anschluß Cosmogon den Abend einläuteten. Die Jungs verschmelzen Einflüsse von Doom über Punk bis hin zu Metal und Progressive Rock zu einem mächtigen Sound. Nach ihren ersten beiden Studio-EPs »Chaos Magnum« und »Devolution« folgte das Album »Penumbra« im Jahr 2023.

    Cosmogon

    Im Anschluß folgten Dreadnought mit ihrem vollen, melodischen Black-Metal-Sound, der immer wieder mit Thrash-Einlagen spielt. Das umgedrehte Kreuz und das Pfarrer-Outfit von Sänger Bob Wintersdorff, früher mit Assorted Nails aktiv, gehören ebenfalls zur Grundausstattung eines jeden Auftritts.

    Dreadnought

    Danach kamen dann die wohl am meisten erwarteten Auftritte des Abends: Zunächst ließen es die Death-Metal-Urgesteine von Desdemonia vor der mittlerweile zu rund zwei Dritteln gefüllten Halle ordentlich krachen. Ihr letztes Album »Anguish« hat zwar bereits sieben Jahre auf dem Buckel, dem Abriß, den diese Songs liefern, tut das jedoch keinen Abbruch. Die Vocals von Tom und Marc Dosser sitzen und die Interaktion der Band mit den Fans, die zwischendurch immer wieder ihre Jungs anfeuerten, paßt ein ums andere Mal. Eine Erfahrung aus über 20 Jahren Bandgeschichte ist ihnen anzusehen. Der schwere Metal, gepaart mit der tiefen Lead-Stimme animiert von der ersten Minute an, mitzugehen.

    Desdemonia
    Desdemonia
    Desdemonia

    Den Abschluß machten die mittlerweile ebenfalls international für Aufsehen sorgenden Thrasher von Scarlet Anger. Auch hier zeigte sich deutlich die Routine im Umgang mit dem Publikum. Zu keinem Moment wurde es unter den fünf Bandmitgliedern um Sänger Joe Block zu statisch auf der Bühne, immer war Bewegung und Leidenschaft drin. Das letzte Album der Jungs, »Martyr«, stammt aus dem vergangenen Jahr und fand ein international großes Echo unter Metal-Fans. Ein letztes großes Highlight also an diesem Samstag und dann war auch die sechzehnte Ausgabe des Metalfestivals Geschichte.

    Scarlet Anger
    Scarlet Anger

    Es sind nicht immer die großen Konzerte und Festivals. Die Unterstützung der lokalen Musikszene sollte dem Fan genauso am Herzen liegen, wie manche Idole, die sich in der Rockhal das Mikro in die Hand geben. Das Metalfest Kopstal wird seit Jahren leidenschaftlich organisiert von Jeff Buchette und seinem Team und es fehlt an nichts: Die Freiwilligen Helfer des FC Kopstal ’33 kümmerten sich hingebungsvoll um Speis und Trank für die Musikfreunde, die auch dieses Mal wieder quer durch alle Altersklassen vertreten waren. Sogar für den kulinarischen Klassiker »Bouneschlupp« war gesorgt. Die Bands waren mit kleinen Merchandise-Ständen vertreten und wer ein paar Euro übrig hatte, investierte diese gern in schön gestaltete Shirts und Mützen sowie andere Devotionalien.

    Alles in allem ein Nachmittag in Bridel, der wieder einmal viel zu schnell vorüber ging. Aber nach dem Metalfest ist bekanntlich davor.

    Text und Fotos: chrkuehne

  • Alles neu macht der Oktober:

    Perkeles 13. Studioalbum »Theater« erschienen

    Die Band Perkele, im Jahre 1993 im schwedischen Göteborg aus der Taufe gehoben, war viele Jahre und Alben lang bekannt für ihre eingängigen Punk-Melodien und damit einhergehend deutlichen Positionen gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus oder Homophobie. Genretechnisch ursprünglich aus dem Oi- und Streetpunk kommend, entwickelten die Mannen um Sänger und Leadgitarrist Ron Halinoja ihren eigenen Stil immer weiter und konnten ihre treue Fangemeinde immer wieder aufs neue begeistern. Ihre Hymne »Heart full of Pride« vom 2012er Album »No Shame« schließt jedes Konzert als Höhepunkt ab und gilt als wohl bekanntestes Stück der »Teufelchen« (»Perkele«).

    Die leichtgängigen Melodien erscheinen vielleicht manchmal etwas simpel, verfehlen jedoch ihre Botschaften weiterhin nur selten. Da geht es um die Probleme und Sorgen der Arbeiterbewegung, um Spaß am Leben oder auch um ihre geliebte Heimatstadt Göteborg. Waren Perkele anfangs höchstens einem kleineren Kreis in ihrer Heimat ein Begriff, entwickelten sie sich spätestens seit der Entscheidung, größtenteils auf Englisch zu Texten und zu singen, auch im Rest Europas eine wachsende Fangemeinde. Die Auftritte sind regelmäßig sehr gut besucht bis ausverkauft und die Jungs ohne Starallüren quasi eine Band zum Anfassen, die auch via Social Media nie verlegen ist, Anfragen in Windeseile persönlich zu beantworten. Und Fragen hatten wohl viele Fans in den Wochen vor Erscheinen des neuen Albums. Bereits vor Veröffentlichung der ersten Single »Theater« des gleichnamigen neuen Albums am vergangenen 4. Juli 2025 wurde über Social Media die Spannung gesteigert, indem man durchsickern ließ, daß ein neuer Stil und ein neues musikalisches Gewand ins Haus stehe. Hatte die Band zuletzt mit der EP »Back in Time« (2023) eine eher metal-lastige Neuvertonung einiger Klassiker veröffentlicht, lag, wer dachte, es würde in dieser Richtung weitergehen, komplett daneben. Die zweite vorab veröffentlichte Single »Sail Away« bestätigte den neuen Sound, bestehend aus leichteren Melodien als zuletzt, die eingängiger zum Mitsingen und -Tanzen einladen, jedoch weiterhin eine Botschaft transportieren wollen. Ging es zuletzt oft um schwere Themen, wie Selbstmord, Ausgrenzung oder gesellschaftliche Probleme, soll das neue Album eine Weiterentwicklung ihres Sounds in Richtung hellerer Töne und Themen, die Mut machen, sich nicht unterkriegen zu lassen und man selbst zu sein, darstellen. Während »Burn«, der erste Track der neuen Scheibe, direkt zur Mitsingnummer taugt und erstmal richtig pusht, beschäftigen sich Songs wie »Give it Back«, »Theater«, »Still there« oder »Attitude« deutlicher mit dem Thema der eigenen Identität im Sumpf des vorurteilbehafteten gesellschaftlichen Mainstreams. Immer wieder wird aufgerufen, seinen eigenen Weg zu gehen und in »Attitude« insbesondere dazu aufgerufen, als Punk die Werte der Bewegung nicht zu vergessen. Während es nach »Burn« musikalisch etwas ruhiger wird auf der Scheibe, präsentiert sich die zweite Hälfte der Songs wieder deutlicher im alten Perkele-Muster mit mehr rockigen Einlagen. Obschon die Band also angekündigt hatte, grundlegend am Stil zu feilen, wurde nicht alles über den Haufen geworfen, sondern mit Bedacht bearbeitet, anders als der etwa radikale Logo-Wandel, weg von der »Punkrock-Army«, hin zu sanfteren Formen. Das neue Album »Theater« ist am 3. Oktober 2025 beim deutschen Label Spirit of the Streets erschienen und auf allen gängigen Streaming Plattformen sowie den üblichen Tonträgern erhältlich.

    Plattensammler aufgemerkt: Das Bild zeigt die ebenfalls erhältliche und auf 1.000 Stück limitierte »Gold-Nugget« Vinyl. Das Logo und der Albumtitel des Covers sind geprägt und zusätzlich hat das Coverbild eine spezielle Lackveredelung. Das Vinyl selbst ist kein normales farbiges Vinyl, sondern eine spezielle Fertigung, wodurch eine Gold-Optik entsteht.

    »Gold Nugget« Vinyl des neuen Albums. (Foto: Spirit of the Streets)
  • Europatour und neues Album:

    Kreator legen nach mit »Krushers Of The World«

    Nach dem Gastspiel der Altenessener Thrasher im Dezember 2024 in Esch, als sie gemeinsam mit Anthrax und Testament die Rockhal zum Brennen brachten, kündigen Kreator um Frontmann Mille Petrozza am Mittwoch erneut Großes an: Ein neues Album mit dem Titel »Krushers Of The World«, ihr mittlerweile sechzehntes Studioalbum nach »Hate Über Alles« im Jahr 2022, soll am kommenden 16. Januar 2026 veröffentlicht werden, begleitet von einer Europa-Tour. In diesem Zusammenhang werden die Thrash-Titanen aus dem Ruhrpott am kommenden 31. März 2026 auch wieder in der Escher Rockhal zu Gast sein. Mit dabei haben sie diesmal die britischen Death-Metal/Grindcore-Veteranen von Carcass sowie der US-amerikanischen Powerviolence-Formation Nails. Dazu werden sie außerdem begleitet von Exodus. Letztere, eine im Jahr 1979 in Kalifornien ins Leben gerufene Thrash-Metal-Formation, gehören ohne Frage wie Kreator zum Who-Is-Who der internationalen Thrash-Szene. Exodus hat bisher elf Studioalben veröffentlicht, zuletzt die absolut hörenswerte Scheibe »Persona Non Grata« im Jahr 2021. Exodus, wie Kreator haben sich dem klassischen Thrash-Metal verschrieben, behandeln Themen wie Krieg, soziale und gesellschaftliche Probleme und sind ihrer Linie bis heute treu geblieben. Kreator-Tracks, wie »World War Now« oder »Totalitarian Terror« haben auch nach Jahren an Aktualität nur noch zugenommen.

    Wer also gedacht hatte, daß es um Kreator im kommenden Jahr vielleicht etwas ruhiger werden könnte, nachdem 2025 bereits eine ganze Reihe Festival- und Hallenauftritte absolviert, ein Film über die Band mit dem Titel »Hate & Hope« sowie Petrozzas exzellent geschriebene Autobiographie »Your Heaven – My Hell« über die ersten Jahre der Band und sein eigenes Leben im Ruhrgebiet der 1970er und 80er Jahre veröffentlicht wurden, der hat sich geirrt. Bereits in den vergangenen Tagen haben kryptisch anmutende Nachrichten auf den Social-Media-Kanälen der Band das Neue angekündigt. Die erste Single aus dem neuen Album mit dem Titel »Seven Serpents« soll noch an diesem Freitag, dem 26. September veröffentlicht werden, gleichzeitig mit dem Pre-Sale (Vor-Vorverkauf) auf Eventim.

    Vorverkauf startet bald

    Der reguläre Vorverkauf für die »Krushers Of The World«-Tour beginnt am Montag, dem 29. September 2025 um 10 Uhr auf den bekannten Plattformen. Weitere Infos hierzu unter http://www.kreator-terrorzone.de/. Für das Konzert in der Escher Rockhal beginnt er zur gleichen Zeit auf https://rockhal.lu/shows/kreator-2026/.

    Nach den mitreißenden Shows auf Festivals 2025 und einer unfaßbar geilen Deep-Cuts Club-Minitour in packevollen Sälen gemeinsam mit Warbringer und Rotting Christ legen Mille, Ventor Sami und Frédéric noch eine Scheibe drauf und wieder haben sie erstklassige Unterstützung an Bord. Ein Highlight wird sicherlich dabei auch das »Heimspiel« in Essen im kommenden April werden. Wenn dieser Mittwoch mal nicht ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk ist, dann weiß ich es auch nicht.

    (Text: chrkuehne, Foto: Kreator)

  • »Thrash at the Monastery«

    Tankard, Destruction und Kreator in Gießen

    Am vergangenen Freitag, dem 22. August war ich zum ersten Mal in Gießen. Die 90.000-Einwohner-Kreisstadt in Hessen hat nach meinem Dafürhalten kein sonderlich attraktives Zentrum, beherbergt jedoch unter anderem das ehemalige Kloster Schiffenberg auf dem nahen, 280m hohen Hausberg der Stadt. Dieser Berg war bereits in der späten Bronzezeit besiedelt, wie Archäologen erklärten. An jenem Freitag wurde er nun von Thrash-Metal-Freunden aus nah und fern heimgesucht, die sich auf ein ganz besonderes Lineup im Rahmen der Konzertreihe »Gießener Kultursommer« freuen durften: Drei der »big four« des deutschen Thrash-Metal gaben sich hier an einem einzigen Abend die Ehre. Das Ticket hatte ich bereits früh im Jahr erstanden, natürlich wegen Kreator, jedoch auch, um Destruction endlich einmal live zu sehen. Das aktuelle Album »Birth Of Malice« hat mich wirklich sehr begeistert. Ein Shuttlebus brachte die Zuschauer schnell und komfortabel auf den Klosterberg, wo sich in einem tollen Ambiente Bühne, Verköstigungs- und Merchstände in die Szenerie fügten.

    Nettes Gelände
    Tankard

    Tankard gründeten sich 1983 und sind unter anderem für die Fußballhymne »Schwarz-Weiß wie Schnee« für ihren Lieblingsklub Eintracht Frankfurt bekannt. An diesem Abend war allerdings für jeden etwas dabei und Andreas »Gerre« Geremia wußte von der ersten Minute an, welche Knöpfe er beim Publikum drücken mußte, damit die Stimmung schnell auf Betriebstemperatur war.

    Im Anschluß inspizierte ich während der Umbaupause das kulinarische Angebot. es gab allerhand für das leibliche Wohl und das zu durchaus humanen Preisen. Das Bier war schnell gezapft, auch gab es an den Essensständen und auf dem Weg zu den Toiletten keine nennenswerten Staus. Die Organisation hat mich wirklich beeindruckt.

    Als nächstes gaben Destruction Vollgas. Die stimmlichen Fähigkeiten von »Schmier« (Marcel Schirmer), der mit kurzer Unterbrechung seit Bandgründung 1982 am Mikro steht, sind absolut beeindruckend. Die tollen Riffs und die gesamte, energiegeladene Show haben mich absolut begeistert. Destruction werde ich eventuell im Oktober in Oberhausen wiedersehen, ganz sicher jedoch im kommenden August in Eindhoven, wo ich mir zwischenzeitlich ein Ticket fürs »Dynamo Metal Fest« gesichert habe. Zwar spielten Kreator erst in diesem Jahr wieder dort, doch hoffe ich, im nächsten Jahr Glück auf ein Wiedersehen dort zu haben.

    Destruction
    »Schmier« war in Höchstform.

    Apropos Kreator: Der Höhepunkt und Abschluß des Abends gehörte natürlich dem Altenessener Thrasher Mille Petrozza und seiner Kultband. Wall Of Death, Circle Pit oder Crowdsurfing: Die Jungs ließen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Die energiegeladene und feurige Show war von der ersten bis zur letzten Minute der absolute Wahnsinn. Ich könnte den Jungs stundenlang zusehen und zuhören. Nebenbei erwähnte Mille ein neues Album Anfang 2026 und ich bin mir nicht sicher, ob es um eine Live-Scheibe geht, das habe ich leider akustisch nicht richtig mitbekommen.

    Warten auf Kreator
    Sami Yli-Sirniö
    »Flag Of Hate« ist ein absoluter Burner und stammt aus 1986. Da war ich zehn Jahre alt.
    (V.l.n.r.:) Mille, Ventor (Schlagzeug, verdeckt) und Frédéric Leclercq.
    Das war das letzte Kreator-Konzert in Deutschland 2025. Wo werden wir uns 2026 wiedersehen?

    Irgendwann war dann aber wirklich Schluß und nach dann doch einer kleinen Schlangenbildung beim Warten auf den Shuttlebus in die Stadt war ich froh, sitzen zu können, bevor ich die 2 km zurück ins Hotel die Beine noch einmal benutzen mußte. Ein toller Abend. Dies nicht nur wegen den geilen Bands, sondern auch aufgrund der tollen Organisation des Gießener Kultursommers. Ich bin gespannt, wer nächstes Jahr den Schiffenberg thrashen darf und würde gerne wiederkommen.

    Text und Photos chrkuehne