Schlagwort: death metal

  • Mit »The Troops Of Doom« zurück in die Achtziger

    Brasilianer um Ex-Sepultura Jairo Guedz gastierten in Belval

    Am 11. November lud die MK Bar im südluxemburgischen Belval einmal mehr zu einem Metal-Abend der Extraklasse: Kein geringerer, als Jairo »Tormentor« Guedz, Ex-Mitglied der bekannten brasilianischen Thrash-Metaller von Sepultura, machte in der gewohnt familiären Atmosphäre der Bar mit seinen Mannen der im Pandemiejahr 2020 neu gegründeten Formation »The Troops Of Doom« im Rahmen ihrer »A Mass To The Grotesque«-Europatour halt.

    Guedz war Leadgitarrist von Sepultura in den Anfangsjahren und maßgeblich an den Aufnahmen der folgenden frühen Klassiker wie »Morbid Visions« (Album, 1986) und »Bestial Devastation« (EP, 1985) beteiligt. Nach einer freundschaftlichen Trennung von der Band widmete er sich zunächst anderen Aktivitäten, bevor er, gemeinsam mit Alex Kafer (Bass & Gesang), Alexandre Oliveira (Schlagzeug) und Marcelo Vasco (Gitarre) die »Troops« gründete. Vasco arbeitete in der Vergangenheit unter anderem als Grafiker für Slayer und Kreator. Kafer war Live-Gitarrist bei der brasilianischen Formation Matanza. Der Bandname stammt übrigens vom bekanntesten Song des Sepultura-Albums »Morbid Visions«.

    Bekannt für gepflegte Metal-Abende: Die MK Bar in Belval.

    Insgesamt also eine Menge Know-How in einer zeitlich jungen Band, die sich vor ihrem Auftritt an diesem Dienstagabend die gut gefüllte Bar von den Thrash-Lokalmatadoren »Sublind« ordentlich aufheizen ließen. Die Band ist seit ihrer Gründung 2006 längst aus den Kinderschuhen gewachsen und präsentiert ihrer treuen Fanbase soliden Thrash, der mit schnellen Riffs und experimentierfreudigen Vocals sein Vorbild ebenfalls in den 1980er und 1990er Jahren sucht. »Sublind« sind ebenfalls längst überregional bekannt und teilten sich bereits mit Metalgrößen, wie Exodus, Warbringer oder Benediction die Bühne. »Sublind«, das sind Luca Tommasi am Mikro, Kevin Gricius am Schlagzeug sowie Mehdi Addi am Bass sowie der in Kürze scheidende Ben Wilmes an der Gitarre. Die Band hat im laufenden Jahr ihre neueste EP »Metalmorphosis« veröffentlicht. Dessen Cover ist nebenbei bemerkt ein herrliches New-Wave-of-Thrash-Motiv.

    Sublind

    Alles da also für einen weiteren Top-Metalabend für kleines Geld: Mit 20 Euro im Vorverkauf war man diesmal dabei und auch in kleinen Kneipen kann durchaus gemoshed und abgetanzt werden. »The Troops Of Doom« haben in ihrer noch kurzen Bandgeschichte bisher zwei Alben veröffentlicht, von denen das letzte, »A Mass To The Grotesque«, namensgebend für die Tour, im vergangenen Jahr erschien. Ihr selbst auferlegter Anspruch, die alten Zeiten, inspiriert von der frühen Ära von Sepultura sowie Bands wie Slayer, Celtic Frost, Kreator und Possessed wieder auferstehen lassen zu wollen, ist vollauf gelungen.

    The Troops Of Doom. V.l.n.r.: Alexandre Oliveira (Schlagzeug), Marcelo Vasco (Gitarre), Alex Kafer (Bass & Gesang) und Jairo »Tormentor« Guedz (Gitarre).

    Songs vom neuen Album, wie »Chapel Of The Unholy« oder »Dawn Of Mephisto« sind mit ihrer Oldschool Mischung aus Death- und Thrash-Metal nur zwei Beispiele, daß von dieser Formation noch viel zu erwarten sein darf.

    Auch für Merch zu fairen Preisen war gesorgt. So gab es neben der neuen EP von »Sublind« auch die aktuellste Scheibe von »Troops Of Doom« sowie einiges an Shirts und anderen Devotionalien beider Gruppen.

    »A Mass To The Grotesque« (2024). Blue Vinyl limitierte Tour Edition.

    Text und Fotos: chrkuehne

  • Bridel! Bang Your Heads!

    16. Ausgabe des »Metalfestival Kopstal«

    Es war bereits die sechzehnte Edition des mittlerweile überregional bekannten Metalfestivals Kopstal, welches erneut in der Brideler Sporthalle stattfand. Und die Metalheads von nah und etwas weniger nah ließen sich das Lineup der luxemburgischen Metal-Creme nicht entgehen. Bereits um 13 Uhr fiel am vergangenen Samstag der Startschuß mit der Band Viktoria, nachdem in letzter Minute aufgrund gesundheitlicher Absagen von Count Wizzard und Kraton noch einmal am Zeitplan gewerkelt werden mußte. Eingesprungen sind für Kration die Melodic-Black-Metaller von Dreadnought. So schade es um die Ausfälle ist, so schön war es, Dreadnought wieder einmal in Aktion zu sehen. Ihr letztes Album »Path To The Unknown« sei hiermit ans Herz gelegt.

    Den nachfolgenden Auftritten von Last Prophecy und Fallen Lies folgte eine Jam Session, an der auch die Nachwuchsmetaller ihre Freude hatten, bevor im Anschluß Cosmogon den Abend einläuteten. Die Jungs verschmelzen Einflüsse von Doom über Punk bis hin zu Metal und Progressive Rock zu einem mächtigen Sound. Nach ihren ersten beiden Studio-EPs »Chaos Magnum« und »Devolution« folgte das Album »Penumbra« im Jahr 2023.

    Cosmogon

    Im Anschluß folgten Dreadnought mit ihrem vollen, melodischen Black-Metal-Sound, der immer wieder mit Thrash-Einlagen spielt. Das umgedrehte Kreuz und das Pfarrer-Outfit von Sänger Bob Wintersdorff, früher mit Assorted Nails aktiv, gehören ebenfalls zur Grundausstattung eines jeden Auftritts.

    Dreadnought

    Danach kamen dann die wohl am meisten erwarteten Auftritte des Abends: Zunächst ließen es die Death-Metal-Urgesteine von Desdemonia vor der mittlerweile zu rund zwei Dritteln gefüllten Halle ordentlich krachen. Ihr letztes Album »Anguish« hat zwar bereits sieben Jahre auf dem Buckel, dem Abriß, den diese Songs liefern, tut das jedoch keinen Abbruch. Die Vocals von Tom und Marc Dosser sitzen und die Interaktion der Band mit den Fans, die zwischendurch immer wieder ihre Jungs anfeuerten, paßt ein ums andere Mal. Eine Erfahrung aus über 20 Jahren Bandgeschichte ist ihnen anzusehen. Der schwere Metal, gepaart mit der tiefen Lead-Stimme animiert von der ersten Minute an, mitzugehen.

    Desdemonia
    Desdemonia
    Desdemonia

    Den Abschluß machten die mittlerweile ebenfalls international für Aufsehen sorgenden Thrasher von Scarlet Anger. Auch hier zeigte sich deutlich die Routine im Umgang mit dem Publikum. Zu keinem Moment wurde es unter den fünf Bandmitgliedern um Sänger Joe Block zu statisch auf der Bühne, immer war Bewegung und Leidenschaft drin. Das letzte Album der Jungs, »Martyr«, stammt aus dem vergangenen Jahr und fand ein international großes Echo unter Metal-Fans. Ein letztes großes Highlight also an diesem Samstag und dann war auch die sechzehnte Ausgabe des Metalfestivals Geschichte.

    Scarlet Anger
    Scarlet Anger

    Es sind nicht immer die großen Konzerte und Festivals. Die Unterstützung der lokalen Musikszene sollte dem Fan genauso am Herzen liegen, wie manche Idole, die sich in der Rockhal das Mikro in die Hand geben. Das Metalfest Kopstal wird seit Jahren leidenschaftlich organisiert von Jeff Buchette und seinem Team und es fehlt an nichts: Die Freiwilligen Helfer des FC Kopstal ’33 kümmerten sich hingebungsvoll um Speis und Trank für die Musikfreunde, die auch dieses Mal wieder quer durch alle Altersklassen vertreten waren. Sogar für den kulinarischen Klassiker »Bouneschlupp« war gesorgt. Die Bands waren mit kleinen Merchandise-Ständen vertreten und wer ein paar Euro übrig hatte, investierte diese gern in schön gestaltete Shirts und Mützen sowie andere Devotionalien.

    Alles in allem ein Nachmittag in Bridel, der wieder einmal viel zu schnell vorüber ging. Aber nach dem Metalfest ist bekanntlich davor.

    Text und Fotos: chrkuehne

  • Am 11. März in der Rockhal:

    Heaven Shall Burn auf »Heimat Over Europe Tour«

    In ihrer mittlerweile zuverlässig grandiose Künstler nach Luxemburg lenkenden »Temple Of Metal«-Konzertreihe hatte die Escher Rockhal am Mittwoch einen weiteren Kracher zu vermelden: Diesmal sind es Heaven Shall Burn aus Deutschland, die mit ihrem neuen Album »Heimat« im kommenden Jahr auf große Europa-Tournee gehen und in diesem Rahmen am kommenden 11. März auch in Esch/Alzette Station machen . Begleitet werden sie von The Halo Effect aus Göteborg, die in Luxemburg bereits bekannt sein dürften und im Stile des Melodic Death Metal ihrer Landsleute von In Flames unterwegs sind. Außerdem sind The Black Dahlia Murder, ebenfalls eine Melodic Death Metal Combo, die aus den USA kommen sowie ihre Landsleute von Frozen Soul, einer Death Metal Formation im »Old School« Sinne mit von der Partie.

    Heaven Shall Burn selbst sind eine deutsche Metalcore-Formation aus dem thüringischen Saalfeld, die 1995 gegründet wurde und für ihre sozialkritischen und politischen Songtexte gegen Rassismus, Faschismus und für Tierrechte bekannt sind. Der provokante Titel des neuen und mittlerweile zehnten Albums »Heimat« mit dem graphisch sehenswert gestalteten röhrenden Hirsch, dem deutschesten der deutschen Klischees, soll unterstreichen, was die Band deutlich sagt: »Es ist nicht richtig, den Begriff Heimat irgendwelchen Schwachköpfen zu überlassen«. So soll der Titel »Heimat« ein breiteres Verständnis von Heimat widerspiegeln, welches sowohl die Herkunft verschiedener Menschen als auch die Idee einer »spirituellen Heimat« umfasse, wie es weiter heißt.

    Vorverkauf für Esch/Alzette beginnt Montag

    Doch nicht nur das neue Album werden Heaven Shall Burn im März mit im Gepäck haben, sondern viele andere Hits aus ihrem mittlerweile dreißigjährigen Repertoire.

    Der Vorverkauf für das Konzert in der Rockhal beginnt am kommenden Montag um 11 Uhr auf https://rockhal.lu/shows/heaven-shall-burn/. Weitere Infos auch unter: https://www.heavenshallburn.com/tour/. Wichtig: Die Vorverkaufsstarts für andere Termine der Tour beginnen größtenteils abweichend.

    Albumcover »Heimat« (2025).

    Text: chrkuehne, Grafik: https://www.heavenshallburn.com

  • Headbanging bis zur Genickstarre

    Carnation – Warbringer – Cryptopsy und Decapitated brachten die Escher Kufa zum Beben

    Am Montag war es endlich soweit: Die polnischen Death-Metal-Urgesteine von Decapitated gaben sich in der gut gefüllten Kulturfabrik in Esch/Alzette die Ehre. Mit dabei hatten sie Carnation, Cryptopsy und Warbringer.

    Draußen vor der KuFa war es noch warm und sonnig, als Carnation bereits ab 18.30 Uhr versuchten, die Besucher vor die Bühne zu locken.

    Ich muß gestehen, daß ich in der Hauptsache für die letztgenannten New-Thrasher gekommen war, weil ich mir im Vorfeld ihres gemeinsamen Auftritts mit Kreator und Rotting CHrist in Heidelberg im nächsten Monat einen ersten Eindruck verschaffen wollte. Das neue Album »Wrath and Ruin« hat mich ziemlich begeistert und auch die allgemeine Attitüde der Band gefiel mir auf Anhieb, so daß ich quasi »instant Fan« wurde, als ich sie vor rund einem Jahr zum ersten Mal durchhörte und mich über sie informierte.

    Warbringer: »The Sword and the Cross«.

    Während die belgischen Death-Metaler von Carnation bereits ab 18.30 Uhr den Anfang machten, als ein großer Teil der Metalheads sich noch draußen im Hof ein Bier oder einen 10-Euro-Burger schmecken ließen, war der Saal nur sehr spärlich gefüllt. Hut ab vor einer tollen Performance (leider kein Foto). Es ist sicher immer irgendwie undankbar, den Anfang machen zu müssen. Im Anschluß kamen bereits gegen 19.10 Uhr sofort Warbringer, die zum Ersten Mal den mittlerweile halb gefüllten Saal zu mehrfachen Circle-Pits bewegen konnten. Nach einer für meinen Geschmack leider viel zu kurzen Show übergaben sie gegen 20 Uhr den Staffelstab an Cryptopsy aus Kanada, die wiederum zum ersten Mal an diesem Abend die Hütte richtig füllten.

    Cryptopsy

    Für mich, da bin ich ehrlich, nichts, was ich mir dauerhaft anhören könnte, jedoch durchaus interessant anzusehen und manche Songs sprechen mich schon an. Skurril: Kanadische Künstler meinen irgendwie immer, in Luxemburg mit ihrem Französisch punkten zu können.

    Decapitated

    Gegen 21.10 Uhr war es dann soweit: Decapitated erklommen die Bühne und legten los. Insgesamt finde ich das letzte Album »Cancer Culture«, was mittlerweile auch schon wieder drei Jahre auf dem Buckel hat, tatsächlich ziemlich gut und Tracks wie »Iconoclast«, »Just a Cigarette« oder das titelgebende »Cancer Culture« schafften es in meine Metal-Playlist. Allerdings war ich an diesem Abend wirklich begeistert nur von Warbringer und Death-Metal spricht mich, wie ich merke, nur teilweise an. Daher freue ich mich besonders auf den Juli, wenn Warbringer und Rotting Christ gemeinsam mit meinen Favoriten von Kreator die Bühne in Heidelberg teilen werden. Was ich auch merke: Drei oder mehr Bands an einem Abend bringen mich tatsächlich mittlerweile ans Limit. Obschon 27 Euro im Vorverkauf ein sehr guter Preis sind und ich verstehen kann, daß dies vermehrt praktiziert wird aus logistischen und finanziellen Gründen. Jedoch bin ich eher ein Fan der klassischen Vorband-Hauptband-Shows. Einmal, weil ich zeitlich mehr von jeder Band habe und außerdem, weil die lange Steherei (im Regelfall bin ich kein Mosh- oder Circle-Piter wegen zu vieler Ersatzteile und Brille) mittlerweile einige Energie fordert. Man wird nicht jünger.

    Text und Fotos: chrkuehne

  • »Out of the Cave« am vergangenen Samstag in Tetingen:

    Harte Töne in familiärem Ambiente

    Am vergangenen Samstagabend lud die Rotten Stones asbl zum »Out oft he Cave« in die Tetinger Schungfabrik. Vier Bands aus dem Extreme Metal Bereich, darunter drei luxemburgische Eigengewächse, zeigten den rund 100 Besuchern, was sie drauf haben. Den Anfang machte die Post-Rocker von Kakumori, gefolgt von einer »Messe« der etwas anderen Art: Die Black-Thrasher von Dreadnought geizten wie immer nicht mit ihren Anspielungen auf die Kirche und Songs wie »Cleansing Fire« oder »Threshold« vom mittlerweile vier Jahre alten letzten Album »Path to the Unknown« hatten immer noch und weiterhin die Energie, um die stickige Luft im Saal zu teilen.

    Greh aus Karlsruhe ließen es nicht weniger düster und noch eine Spur härter angehen. Mit im Repertoire hatte das deutsche Death-Doom-Trio auch ihre neue Single »Chained Thoughts« aus ihrem neuesten und überhaupt ersten Album »Dysphoric Devotion«. Minimalistischer Genuß, der ab sofort definitiv auch die private Playlist bereichert. Nachdem die Gäste aus Deutschland die Bühne für den wohl am meisten erwarteten Auftritt des Abends von Kraton freimachten, hatten letztere offenbar einige Abstimmungsschwierigkeiten mit dem Sound, weshalb der Zeitplan dann doch noch ein wenig strapaziert wurde, bevor die Doom-Experten unter anderem aus ihrem letzten Album »Monolith« live vortragen und den Abend perfekt abrunden konnten.

    Abende wie diese sind es, an denen Bands, die vielleicht ansonsten eher wenig im Rampenlicht großer Konzerthallen stehen oder noch keine lange Historie vorzuweisen haben, eine Bühne bereitet werden kann, ihr Können unter Beweis zu stellen sowie ihr Merch an den Metalhead zu bringen und das ist gut so, denn die heimische Szene muß sich keineswegs verstecken. Das angenehm familiäre Ambiente solcher Veranstaltungen tut sein Übriges, um völlig entspannt nach harten Tönen heimzufahren.

    Dreadnought (Foto: chrkuehne)
    Dreadnought (Foto: chrkuehne)
    Greh (Foto: chrkuehne)
    Kraton (Foto: chrkuehne)

    Anmerkung zum Schluß und generell: Meine Handykamera ist leider für solche Einsätze abgrundtief schlecht geeignet. Ich bitte um Nachsicht.

  • »Out of the Cave« – Extreme Metal der Extraklasse

    Am 24. Mai in der Schungfabrik in Tetingen (L)

    Bevor am kommenden 21. Juni im beeindruckenden Amphitheater Breechkaul bei Berdorf im Müllerthal das Rotten Stones Festival stattfindet, hat die veranstaltende Rotten Stones asbl am Samstag, dem 24. Mai sozusagen einen Appetithappen für Metalfreunde parat: Ab 19 Uhr gibt es dann in der Tetinger Schungfabrik im Süden gleich vier Bands auf die Ohren, darunter drei Vertreter aus Luxemburg.

    Kakumori ist eine dreiköpfige Post-Rock-Band aus Luxemburg, die mit Rock, atmosphärischen Soundeffekten und einer energiegeladenen Live-Performance ihre Zuhörer zu begeistern wissen. Greh haben sich 2022 gegründet, kommen aus Karlsruhe (D) und spielen einen düsteren, minimalistischen Sound mit nur einer Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Wut und Härte werden so mit Groove und Dissonanz verbunden. Am vergangenen 15. Januar veröffentlichte die Band ihr Debütalbum »Dysphoric Devotion«. Dreadnought sind deutlich länger im Geschäft. Bereits 2006 gegründet, präsentiert die fünfköpfige Kombo eine Symbiose aus Black- und Thrash-Metal, Das Growling sowie der markante Gitarrensound sind ihr Markenzeichen. Sie haben nach »Demon« (2012) im Jahre 2021 mit »Path to the Unknown« ihr zweites Album veröffentlicht. Kraton schließlich, ein weiteres luxemburgisches Eigengewächs, haben sich 2011 gegründet und entwickelten sich im Laufe der Jahre vom Death- zum Post- und Doom-Metal. Ein rauer, lebendiger aber düsterer Sound ist ihr Markenzeichen, der sich viel um die Abgründe der menschlichen Natur dreht. Ihr mittlerweile drittes Album erschien im vergangenen Januar und trägt den Titel »Monolith«. Das Cover-Artwork ihrer neuesten Veröffentlichung ist zudem wirklich sehenswert. Denn bekanntlich »hört« das Auge ja gern mit.

    Alles in allem also eine Reise in verschiedene Genres für Freunde des Extreme Metals in der Schungfabrik. Der Eintritt kostet am Samstag 12 Euro an der Abendkasse und für das leibliche Wohl ist laut Veranstalter ebenfalls gesorgt.

    Weitere Infos: https://schungfabrik.lu/events/out-of-the-cave/.

  • Neu von Arch Enemy:

    »Blood Dynasty« – Solider Sound mit Überraschung

    Am Freitag veröffentlichte die 1995 im schwedischen Halmstad gegründete Melodic Death Metal Band Arch Enemy ihr mittlerweile zwölftes Studioalbum. »Blood Dynasty« folgt damit auf »Deceivers« aus dem Jahre 2022 und ist das erste Album der Band, auf welchem Gitarrist Joey Concepcion zu hören ist, nachdem Jeff Loomis die Band 2023 verlassen hatte, obwohl letzterer auf den Bonustracks »Break the Spell« und »Moths« noch mitwirkt. Bereits am vergangenen 31. Juli wurde als erste Single »Dream Stealer« veröffentlicht. Das neue Album umfaßt elf Tracks, plus die genannten beiden Bonustitel.

    »Blood Dynasty« startet mit dem seit letztem Sommer bekannten »Dream Stealer« fulminant und setzt sich in »Illuminate the Path« nicht weniger stürmisch, mit eingängiger Hintergrundmelodie und einem Wechsel zwischen klarem Gesang und dem typischen Growling von Sängerin Alissa White-Gluz fort. Die Kanadierin mit der auffälligen blauen Mähne ersetzte im Jahre 2014 die Deutsche Angela Gossow und ist seither das optische Markenzeichen der Band. Alissa schlägt in der Ballade »Vivre Libre« später im Album auch deutlich andere Töne an, als man überwiegend von ihr gewöhnt ist. Soviel Klarstimme gibt es ansonsten selten und man mag darüber streiten, ob der Song zum Album paßt, allerdings ist er für sich genommen ein schönes Stück.

    Der Rest ist solides Arch-Enemy-Programm und das durchaus noch einmal besser und abwechslungsreicher, als auf »Deceivers«. Schon faszinierend, mit welcher Routine auch beim zwölften Mal, rein die Studio-Alben betrachtet, hier mitreißendes Ohrensausen abgeliefert wird.

    Die Schweden sind darüber hinaus auch hierzulande keine Unbekannten mehr: Am kommenden 3. November sind sie bereits zum dritten Mal in den vergangenen drei Jahren in Esch/Alzette zu Gast. Nachdem sie im vergangenen Jahr im Rahmen der »Rising from the North«-Tour gemeinsam mit ihren Landsleuten von In Flames und Soilwork die Rockhal zum Beben brachten, werden sie in diesem Herbst auf ihrer »Blood Dynasty Tour« durchaus hochkarätig von den Progressive-Metal-Finnen »Amorphis« und der schweizerischen Folk-Metal-Formation »Eluveitie« begleitet.

    Der Vorverkauf auf https://rockhal.lu/shows/arch-enemy-2025/ läuft bereits und das Ticket kostet 59 Euro. Angesichts des Lineups absolut machbar.

    Albumcover (archenemy.net)

    Auf 500 Stück limitierte „creamy white“ Vinyl. (Foto: chrkuehne)
  • Samstag, 15. März in Belval:

    Desdemonia (LU) – Drogher (LU) – All it’s Grace (DE)

    Für Kurzentschlossene Metalfreunde in und um Luxemburg noch schnell der Veranstaltungstipp: Am morgigen Samstagabend öffnen sich die Türen der MK Bar in Belval wieder für einen Live Metal Abend der Extraklasse. Eigentlich muß man über die luxemburgischen Death-Metal-Vertreter Desdemonia nicht mehr viele Worte verlieren, sind sie doch mittlerweile international bekannt. Die 1994 in Helmdange gegründete vierköpfige Band absolvierte bereits zwei Jahre später ihren ersten Live-Auftritt und ist heute international unterwegs im Kreise anderer Vertreter der Metalszene, wie Apocalyptica, Oomph! oder Soilwork sowie auf zahlreichen Festivals in Europa. Ihr viertes Studioalbum erschien im Frühjahr 2018 und trägt den Titel »Anguish«.

    All it’s Grace sind eine 2004 in Mainz gegründete Band, die sich modernem Melodic Death Metal mit Metalcore-Einflüssen verschrieben hat. Die Band hat bisher zwei Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2023 mit dem Titel »To What End?«.

    Drogher sind eine 2021 in Luxemburg entstandene Band, die mit einem Mix aus Progressive- und Thrash Metal unterwegs ist. Die vierköpfige Kombo hat bisher eine EP und drei Singles veröffentlicht, unter letzteren im Jahr 2024 »Mither« und »Pariahs Parade«.

    Der Eintritt kostet 13 Euro (online 10 Euro) und Showbeginn ist um 20.30 Uhr. Weitere Infos unter www.desdemonia.net. Die MK Bar ist zu finden in der 1, Avenue du Swing, L-4367 Belvaux.

    (Foto: Desdemonia.net)

  • Am 2. Juni in der Escher KuFa:

    Decapitated – »Infernal Bloodshed Over Europe Tour«

    Decapitated gelten als eine der wichtigsten und innovativsten Bands des technischen Death-Metal. Die 1996 im polnischen Krosno gegründete Formation hat bereits eine ganze Reihe Alben veröffentlicht, darunter »Winds of Creation«, »Nihility«, »The Negation«, »Organic Hallucinosis«, »Carnival Is Forever«, »Anticult« oder zuletzt »Cancer Culture«. Die Band ist bekannt für ihre komplexen Songstrukturen und hat mittlerweile eine große Fangemeinde. Im Rahmen ihrer »Infernal Bloodshed Over Europe Tour« wurde nun zwischen den Auftritten in Paris und Frankfurt/Main ein Zusatztermin in den engen Zeitplan geschoben, der sie am 2. Juni in die Escher Kulturfabrik führt. Begleitet werden die Polen auf ihrer Tour von den Bands Cryptosy, Carnation und Warbringer. Letztgenannte ist eine US-amerikanische Thrash-Metal-Band, die 2004 im kalifornischen Ventura gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihre sozialkritischen Texte, energiegeladenen Live-Auftritte und einen Sound, der stark von den Thrash-Metal-Bands der 1980er Jahre beeinflußt ist. Für ihr vergleichsweise kurzes Bestehen im Vergleich mit Szenegrößen, wie etwa Kreator, mit denen sie im kommenden Juli auch in Deutschland gemeinsam auftreten, haben sie sich mit ihrem modernen Ansatz von Trash-Metal bereits einen soliden Respekt unter den Fans erspielt. Cryptopsy ist eine kanadische Technical-Death-Metal-Band, die seit 1988 aktiv ist und bereits acht Studioalben sowie mehrere EPs und Live-Alben veröffentlicht hat. Carnation wiederum ist eine belgische Death-Metal-Band, die 2013 gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihre düstere und atmosphärische Musik, die Einflüsse aus dem klassischen Death-Metal mit modernen Elementen verbindet.

    Praktische Infos

    Einlaß am 2. Juni in die KuFa ist um 19 Uhr, Beginn ist um 19.30 Uhr. Tickets sind bereits im Verkauf und kosten 27 Euro plus Vorverkaufsgebühr. Weitere Infos unter: https://kulturfabrik.lu/event/decapitated-infernal-bloodshed-over-europe-2025-tour