Schlagwort: Kreator

  • Europatour und neues Album:

    Kreator legen nach mit »Krushers Of The World«

    Nach dem Gastspiel der Altenessener Thrasher im Dezember 2024 in Esch, als sie gemeinsam mit Anthrax und Testament die Rockhal zum Brennen brachten, kündigen Kreator um Frontmann Mille Petrozza am Mittwoch erneut Großes an: Ein neues Album mit dem Titel »Krushers Of The World«, ihr mittlerweile sechzehntes Studioalbum nach »Hate Über Alles« im Jahr 2022, soll am kommenden 16. Januar 2026 veröffentlicht werden, begleitet von einer Europa-Tour. In diesem Zusammenhang werden die Thrash-Titanen aus dem Ruhrpott am kommenden 31. März 2026 auch wieder in der Escher Rockhal zu Gast sein. Mit dabei haben sie diesmal die britischen Death-Metal/Grindcore-Veteranen von Carcass sowie der US-amerikanischen Powerviolence-Formation Nails. Dazu werden sie außerdem begleitet von Exodus. Letztere, eine im Jahr 1979 in Kalifornien ins Leben gerufene Thrash-Metal-Formation, gehören ohne Frage wie Kreator zum Who-Is-Who der internationalen Thrash-Szene. Exodus hat bisher elf Studioalben veröffentlicht, zuletzt die absolut hörenswerte Scheibe »Persona Non Grata« im Jahr 2021. Exodus, wie Kreator haben sich dem klassischen Thrash-Metal verschrieben, behandeln Themen wie Krieg, soziale und gesellschaftliche Probleme und sind ihrer Linie bis heute treu geblieben. Kreator-Tracks, wie »World War Now« oder »Totalitarian Terror« haben auch nach Jahren an Aktualität nur noch zugenommen.

    Wer also gedacht hatte, daß es um Kreator im kommenden Jahr vielleicht etwas ruhiger werden könnte, nachdem 2025 bereits eine ganze Reihe Festival- und Hallenauftritte absolviert, ein Film über die Band mit dem Titel »Hate & Hope« sowie Petrozzas exzellent geschriebene Autobiographie »Your Heaven – My Hell« über die ersten Jahre der Band und sein eigenes Leben im Ruhrgebiet der 1970er und 80er Jahre veröffentlicht wurden, der hat sich geirrt. Bereits in den vergangenen Tagen haben kryptisch anmutende Nachrichten auf den Social-Media-Kanälen der Band das Neue angekündigt. Die erste Single aus dem neuen Album mit dem Titel »Seven Serpents« soll noch an diesem Freitag, dem 26. September veröffentlicht werden, gleichzeitig mit dem Pre-Sale (Vor-Vorverkauf) auf Eventim.

    Vorverkauf startet bald

    Der reguläre Vorverkauf für die »Krushers Of The World«-Tour beginnt am Montag, dem 29. September 2025 um 10 Uhr auf den bekannten Plattformen. Weitere Infos hierzu unter http://www.kreator-terrorzone.de/. Für das Konzert in der Escher Rockhal beginnt er zur gleichen Zeit auf https://rockhal.lu/shows/kreator-2026/.

    Nach den mitreißenden Shows auf Festivals 2025 und einer unfaßbar geilen Deep-Cuts Club-Minitour in packevollen Sälen gemeinsam mit Warbringer und Rotting Christ legen Mille, Ventor Sami und Frédéric noch eine Scheibe drauf und wieder haben sie erstklassige Unterstützung an Bord. Ein Highlight wird sicherlich dabei auch das »Heimspiel« in Essen im kommenden April werden. Wenn dieser Mittwoch mal nicht ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk ist, dann weiß ich es auch nicht.

    (Text: chrkuehne, Foto: Kreator)

  • »Thrash at the Monastery«

    Tankard, Destruction und Kreator in Gießen

    Am vergangenen Freitag, dem 22. August war ich zum ersten Mal in Gießen. Die 90.000-Einwohner-Kreisstadt in Hessen hat nach meinem Dafürhalten kein sonderlich attraktives Zentrum, beherbergt jedoch unter anderem das ehemalige Kloster Schiffenberg auf dem nahen, 280m hohen Hausberg der Stadt. Dieser Berg war bereits in der späten Bronzezeit besiedelt, wie Archäologen erklärten. An jenem Freitag wurde er nun von Thrash-Metal-Freunden aus nah und fern heimgesucht, die sich auf ein ganz besonderes Lineup im Rahmen der Konzertreihe »Gießener Kultursommer« freuen durften: Drei der »big four« des deutschen Thrash-Metal gaben sich hier an einem einzigen Abend die Ehre. Das Ticket hatte ich bereits früh im Jahr erstanden, natürlich wegen Kreator, jedoch auch, um Destruction endlich einmal live zu sehen. Das aktuelle Album »Birth Of Malice« hat mich wirklich sehr begeistert. Ein Shuttlebus brachte die Zuschauer schnell und komfortabel auf den Klosterberg, wo sich in einem tollen Ambiente Bühne, Verköstigungs- und Merchstände in die Szenerie fügten.

    Nettes Gelände
    Tankard

    Tankard gründeten sich 1983 und sind unter anderem für die Fußballhymne »Schwarz-Weiß wie Schnee« für ihren Lieblingsklub Eintracht Frankfurt bekannt. An diesem Abend war allerdings für jeden etwas dabei und Andreas »Gerre« Geremia wußte von der ersten Minute an, welche Knöpfe er beim Publikum drücken mußte, damit die Stimmung schnell auf Betriebstemperatur war.

    Im Anschluß inspizierte ich während der Umbaupause das kulinarische Angebot. es gab allerhand für das leibliche Wohl und das zu durchaus humanen Preisen. Das Bier war schnell gezapft, auch gab es an den Essensständen und auf dem Weg zu den Toiletten keine nennenswerten Staus. Die Organisation hat mich wirklich beeindruckt.

    Als nächstes gaben Destruction Vollgas. Die stimmlichen Fähigkeiten von »Schmier« (Marcel Schirmer), der mit kurzer Unterbrechung seit Bandgründung 1982 am Mikro steht, sind absolut beeindruckend. Die tollen Riffs und die gesamte, energiegeladene Show haben mich absolut begeistert. Destruction werde ich eventuell im Oktober in Oberhausen wiedersehen, ganz sicher jedoch im kommenden August in Eindhoven, wo ich mir zwischenzeitlich ein Ticket fürs »Dynamo Metal Fest« gesichert habe. Zwar spielten Kreator erst in diesem Jahr wieder dort, doch hoffe ich, im nächsten Jahr Glück auf ein Wiedersehen dort zu haben.

    Destruction
    »Schmier« war in Höchstform.

    Apropos Kreator: Der Höhepunkt und Abschluß des Abends gehörte natürlich dem Altenessener Thrasher Mille Petrozza und seiner Kultband. Wall Of Death, Circle Pit oder Crowdsurfing: Die Jungs ließen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Die energiegeladene und feurige Show war von der ersten bis zur letzten Minute der absolute Wahnsinn. Ich könnte den Jungs stundenlang zusehen und zuhören. Nebenbei erwähnte Mille ein neues Album Anfang 2026 und ich bin mir nicht sicher, ob es um eine Live-Scheibe geht, das habe ich leider akustisch nicht richtig mitbekommen.

    Warten auf Kreator
    Sami Yli-Sirniö
    »Flag Of Hate« ist ein absoluter Burner und stammt aus 1986. Da war ich zehn Jahre alt.
    (V.l.n.r.:) Mille, Ventor (Schlagzeug, verdeckt) und Frédéric Leclercq.
    Das war das letzte Kreator-Konzert in Deutschland 2025. Wo werden wir uns 2026 wiedersehen?

    Irgendwann war dann aber wirklich Schluß und nach dann doch einer kleinen Schlangenbildung beim Warten auf den Shuttlebus in die Stadt war ich froh, sitzen zu können, bevor ich die 2 km zurück ins Hotel die Beine noch einmal benutzen mußte. Ein toller Abend. Dies nicht nur wegen den geilen Bands, sondern auch aufgrund der tollen Organisation des Gießener Kultursommers. Ich bin gespannt, wer nächstes Jahr den Schiffenberg thrashen darf und würde gerne wiederkommen.

    Text und Photos chrkuehne

  • In der Hitze von Heidelberg:

    Demonic Summer Tour – Kreator, Warbringer und Rotting Christ

    Zugegeben: So lange ich mich bereits für Metal interessiere, haben Kreator eigentlich lange Jahre nie eine führende Rolle in meinen täglichen Playlists gespielt. Sie gehörten mit einigen Songs zwar immer dazu, jedoch als eine Band unter vielen. Ich muß sagen, daß mein Interessenfeld im Metal auch recht weit gefächert ist. Bis zu jenem Abend in der Escher Rockhal am vergangenen 3. Dezember, als Kreator, begleitet von Testament und Anthrax, im wahrsten Sinne des Wortes ein derartiges Feuerwerk abbrannten, das ich sofort begann, mich intensiver mit der Band zu beschäftigen. Dazu verlangt eine vierzigjährige Historie natürlich, allerhand aufzuholen. Diese Jungs, war mein Entschluß, mußt du von nun an öfter sehen, und da ich kein Festivalgänger bin, fiel meine Wahl bei Ankündigung unter anderem direkt auf das Konzert in der halle02 in Heidelberg im Rahmen einer Minitour mit dem Namen »Demonic Summer«. Ganz besonders erfreut war ich, daß Kreator hier Warbringer und Rotting Christ mit dabei hatten, die ich beide ebenfalls und schon seit längerem unglaublich gut finde.

    Alle drei Bands sind in meiner Sammlung mit Tonträgern und Textilien vertreten.

    Warbringer konnte ich zuletzt im vergangenen Juni in der Escher KuFa erleben. Leider auch hier mit einem recht kurzen Auftritt. In Heidelberg allerdings noch einmal um rund zehn Minuten kürzer: Lediglich 30 Minuten dauerte der Auftritt, der es allerdings in sich hatte. Beim dritten Song war die unter der Sommerhitze und der schlechten Luftzirkulation ohnehin ächzende voll besetzte halle02 am Kochen: Circle Pits in Dauerschleife. Die Jungs aus Kalifornien boten wieder einmal eine energiegeladene Power-Show. Ich würde mir wünschen, daß sie in unseren Breiten noch deutlich mehr Aufmerksamkeit erlangen. Verdient hätten sie es. Das aktuelle Album »Wrath and Ruin« ist in meinen Augen ein Wahnsinnsteil.

    In einer kurzen Umbaupause gab es Gelegenheit, die astronomischen Bierpreise zu begutachten. Mit deutlich über 4 Euro plus Pfand war das Palmbräu Pils im 0,33l-Becher wahrlich kein Schnapper. Insbesondere ab der zweiten Umbaupause war es ohnehin aufgrund langer Schlangen kaum noch möglich, rechtzeitig nachzutanken. So sah ich Rotting Christ nur von relativ weit hinten.

    Der Saal ist lang gezogen mit der Technik in der Mitte und einer relativ niedrigen Bühne. Keine optimalen Voraussetzungen bei voller Hütte. Doch auch von weiter hinten konnte ich die atmosphärische Show der Griechen um Sakis Tolis noch gut miterleben. Rotting Christ, 1987 in Athen gegründet, gelten mittlerweile als eine der führenden Vertreter nicht nur des griechischen Black Metal. Einflüsse aus Folk und Gothic und ein düsteres »gotteslästerliches« Setting bestimmen ihre Auftritte. Der Bandname führte in der Vergangenheit unter anderem in Südafrika oder in den USA zu Protesten. In Heidelberg allerdings konnten sie ihr mitreißendes Programm unbehelligt abspielen. Das neue Live-Album »35 Years Of Evil Existence«, 2024 im Athener Lycabettus-Theater aufgezeichnet, ist unglaublich stimmungsvoll und überdies grafisch sehr schön gestaltet. Ich kaufe selten Live-Alben, schon gar nicht von Konzerten, wo ich nicht anwesend war. Dieses Album ist eine deutliche Ausnahme. Die Jungs einmal in ihrer Heimat live zu erleben, wäre phantastisch.

    Warbringer
    Rotting Christ

    Den Abschluß machten ab 21 Uhr, wie sollte es anders sein, die Urgesteine aus Essen. Angekündigt war im Vorfeld eine »Deep Cut Setlist«, also eine Titelabfolge, die normalerweise so nicht auf dem Programm steht. Und so gab es eine Reise in frühere Jahre mit Songs wie »Violent Revolution«, »Coma Of Souls«. »Flag Of Hate«, »People Of the Lie« oder »Phobia«. Mille erklärte gleich zu Anfang: »Wir machen eine Reise zurück in die Achtziger. Und in den Achtzigern war Crowdsurfing total in. Ich möchte heute Abend so viele Crowdsurfer sehen, wie es geht«. Dieser Aufforderung ließ man sich dann auch keine Zeit, zu folgen. Bereits Warbringer hatten nach dem zweiten Song den ersten Circle Pit und die Ausrast-Wütigkeit des Publikums erreichte nun ihren Gipfel. Die Riffs schnitten durch die schweißgetränkte Luft der halle02, wie die Wall Of Death und die Feuer-Effekte auf der Bühne. Die Jungs hatten sichtlich Spaß an diesem Abend. Respekt, wenn man daran denkt, daß diese drei Konzerte in Club-Atmosphäre nachträglich in die volle Festival-Agenda gequetscht worden waren.

    Um kurz nach 21 Uhr war es dann soweit.
    Kreator

    Was bleibt zu sagen? Ach ja: Die Merch-Preise waren verständig. Vierzig Euro für das Kreator Tour-Shirt waren akzeptabel. Patches im 3er-Set für 20 Euro. Caps und Bomberjacken sowie natürlich Tonträger. Bei Warbringer war man mit 30 Euro für ein Shirt dabei und Rotting Christ ebenfalls. Mit einem »Rotting Christ«-Jutebeutel dürfte man vermutlich beim Einkauf gut gerüstet sein. Was ich etwas schade finde als Nicht-Kuttenträger ist die Tatsache, daß Aufkleber wohl völlig aus der Mode gekommen zu sein scheinen. Preislich dürfte der kommende Samstag bei Iron Maiden Merch in Stuttgart wohl deutlich heftiger aussehen. Das Thema vertretbare T-Shirt-Preise wird nicht umsonst heftig diskutiert.

    Kreator Merch

    Alles in allem ein denkwürdiger Abend. Die nächsten Kracher sind im August geplant mit dem Besuch der Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms »Hate & Hope« in der Essener Lichtburg sowie tags drauf Kreator, Destruction und Tankard gemeinsam auf dem Gießener Kultursommer. Dieser Sonntagabend hat unfaßbar Bock auf mehr gemacht.

    (Fotos und Text: chrkuehne)