Brasilianer um Ex-Sepultura Jairo Guedz gastierten in Belval
Am 11. November lud die MK Bar im südluxemburgischen Belval einmal mehr zu einem Metal-Abend der Extraklasse: Kein geringerer, als Jairo »Tormentor« Guedz, Ex-Mitglied der bekannten brasilianischen Thrash-Metaller von Sepultura, machte in der gewohnt familiären Atmosphäre der Bar mit seinen Mannen der im Pandemiejahr 2020 neu gegründeten Formation »The Troops Of Doom« im Rahmen ihrer »A Mass To The Grotesque«-Europatour halt.

Guedz war Leadgitarrist von Sepultura in den Anfangsjahren und maßgeblich an den Aufnahmen der folgenden frühen Klassiker wie »Morbid Visions« (Album, 1986) und »Bestial Devastation« (EP, 1985) beteiligt. Nach einer freundschaftlichen Trennung von der Band widmete er sich zunächst anderen Aktivitäten, bevor er, gemeinsam mit Alex Kafer (Bass & Gesang), Alexandre Oliveira (Schlagzeug) und Marcelo Vasco (Gitarre) die »Troops« gründete. Vasco arbeitete in der Vergangenheit unter anderem als Grafiker für Slayer und Kreator. Kafer war Live-Gitarrist bei der brasilianischen Formation Matanza. Der Bandname stammt übrigens vom bekanntesten Song des Sepultura-Albums »Morbid Visions«.

Insgesamt also eine Menge Know-How in einer zeitlich jungen Band, die sich vor ihrem Auftritt an diesem Dienstagabend die gut gefüllte Bar von den Thrash-Lokalmatadoren »Sublind« ordentlich aufheizen ließen. Die Band ist seit ihrer Gründung 2006 längst aus den Kinderschuhen gewachsen und präsentiert ihrer treuen Fanbase soliden Thrash, der mit schnellen Riffs und experimentierfreudigen Vocals sein Vorbild ebenfalls in den 1980er und 1990er Jahren sucht. »Sublind« sind ebenfalls längst überregional bekannt und teilten sich bereits mit Metalgrößen, wie Exodus, Warbringer oder Benediction die Bühne. »Sublind«, das sind Luca Tommasi am Mikro, Kevin Gricius am Schlagzeug sowie Mehdi Addi am Bass sowie der in Kürze scheidende Ben Wilmes an der Gitarre. Die Band hat im laufenden Jahr ihre neueste EP »Metalmorphosis« veröffentlicht. Dessen Cover ist nebenbei bemerkt ein herrliches New-Wave-of-Thrash-Motiv.

Alles da also für einen weiteren Top-Metalabend für kleines Geld: Mit 20 Euro im Vorverkauf war man diesmal dabei und auch in kleinen Kneipen kann durchaus gemoshed und abgetanzt werden. »The Troops Of Doom« haben in ihrer noch kurzen Bandgeschichte bisher zwei Alben veröffentlicht, von denen das letzte, »A Mass To The Grotesque«, namensgebend für die Tour, im vergangenen Jahr erschien. Ihr selbst auferlegter Anspruch, die alten Zeiten, inspiriert von der frühen Ära von Sepultura sowie Bands wie Slayer, Celtic Frost, Kreator und Possessed wieder auferstehen lassen zu wollen, ist vollauf gelungen.

Songs vom neuen Album, wie »Chapel Of The Unholy« oder »Dawn Of Mephisto« sind mit ihrer Oldschool Mischung aus Death- und Thrash-Metal nur zwei Beispiele, daß von dieser Formation noch viel zu erwarten sein darf.
Auch für Merch zu fairen Preisen war gesorgt. So gab es neben der neuen EP von »Sublind« auch die aktuellste Scheibe von »Troops Of Doom« sowie einiges an Shirts und anderen Devotionalien beider Gruppen.

Text und Fotos: chrkuehne








































