Schlagwort: Musik

  • Alles neu macht der Oktober:

    Perkeles 13. Studioalbum »Theater« erschienen

    Die Band Perkele, im Jahre 1993 im schwedischen Göteborg aus der Taufe gehoben, war viele Jahre und Alben lang bekannt für ihre eingängigen Punk-Melodien und damit einhergehend deutlichen Positionen gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus oder Homophobie. Genretechnisch ursprünglich aus dem Oi- und Streetpunk kommend, entwickelten die Mannen um Sänger und Leadgitarrist Ron Halinoja ihren eigenen Stil immer weiter und konnten ihre treue Fangemeinde immer wieder aufs neue begeistern. Ihre Hymne »Heart full of Pride« vom 2012er Album »No Shame« schließt jedes Konzert als Höhepunkt ab und gilt als wohl bekanntestes Stück der »Teufelchen« (»Perkele«).

    Die leichtgängigen Melodien erscheinen vielleicht manchmal etwas simpel, verfehlen jedoch ihre Botschaften weiterhin nur selten. Da geht es um die Probleme und Sorgen der Arbeiterbewegung, um Spaß am Leben oder auch um ihre geliebte Heimatstadt Göteborg. Waren Perkele anfangs höchstens einem kleineren Kreis in ihrer Heimat ein Begriff, entwickelten sie sich spätestens seit der Entscheidung, größtenteils auf Englisch zu Texten und zu singen, auch im Rest Europas eine wachsende Fangemeinde. Die Auftritte sind regelmäßig sehr gut besucht bis ausverkauft und die Jungs ohne Starallüren quasi eine Band zum Anfassen, die auch via Social Media nie verlegen ist, Anfragen in Windeseile persönlich zu beantworten. Und Fragen hatten wohl viele Fans in den Wochen vor Erscheinen des neuen Albums. Bereits vor Veröffentlichung der ersten Single »Theater« des gleichnamigen neuen Albums am vergangenen 4. Juli 2025 wurde über Social Media die Spannung gesteigert, indem man durchsickern ließ, daß ein neuer Stil und ein neues musikalisches Gewand ins Haus stehe. Hatte die Band zuletzt mit der EP »Back in Time« (2023) eine eher metal-lastige Neuvertonung einiger Klassiker veröffentlicht, lag, wer dachte, es würde in dieser Richtung weitergehen, komplett daneben. Die zweite vorab veröffentlichte Single »Sail Away« bestätigte den neuen Sound, bestehend aus leichteren Melodien als zuletzt, die eingängiger zum Mitsingen und -Tanzen einladen, jedoch weiterhin eine Botschaft transportieren wollen. Ging es zuletzt oft um schwere Themen, wie Selbstmord, Ausgrenzung oder gesellschaftliche Probleme, soll das neue Album eine Weiterentwicklung ihres Sounds in Richtung hellerer Töne und Themen, die Mut machen, sich nicht unterkriegen zu lassen und man selbst zu sein, darstellen. Während »Burn«, der erste Track der neuen Scheibe, direkt zur Mitsingnummer taugt und erstmal richtig pusht, beschäftigen sich Songs wie »Give it Back«, »Theater«, »Still there« oder »Attitude« deutlicher mit dem Thema der eigenen Identität im Sumpf des vorurteilbehafteten gesellschaftlichen Mainstreams. Immer wieder wird aufgerufen, seinen eigenen Weg zu gehen und in »Attitude« insbesondere dazu aufgerufen, als Punk die Werte der Bewegung nicht zu vergessen. Während es nach »Burn« musikalisch etwas ruhiger wird auf der Scheibe, präsentiert sich die zweite Hälfte der Songs wieder deutlicher im alten Perkele-Muster mit mehr rockigen Einlagen. Obschon die Band also angekündigt hatte, grundlegend am Stil zu feilen, wurde nicht alles über den Haufen geworfen, sondern mit Bedacht bearbeitet, anders als der etwa radikale Logo-Wandel, weg von der »Punkrock-Army«, hin zu sanfteren Formen. Das neue Album »Theater« ist am 3. Oktober 2025 beim deutschen Label Spirit of the Streets erschienen und auf allen gängigen Streaming Plattformen sowie den üblichen Tonträgern erhältlich.

    Plattensammler aufgemerkt: Das Bild zeigt die ebenfalls erhältliche und auf 1.000 Stück limitierte »Gold-Nugget« Vinyl. Das Logo und der Albumtitel des Covers sind geprägt und zusätzlich hat das Coverbild eine spezielle Lackveredelung. Das Vinyl selbst ist kein normales farbiges Vinyl, sondern eine spezielle Fertigung, wodurch eine Gold-Optik entsteht.

    »Gold Nugget« Vinyl des neuen Albums. (Foto: Spirit of the Streets)
  • Punkrock-Party im Ländle

    Die Argies in Hohenems

    Die Argies sind eine Punkrock-Band aus Rosario in Argentinien, die 1984 gegründet wurde. Obwohl ihre Wurzeln im britischen Punk der 1970er Jahre liegen, haben sie im Laufe der Zeit einige Einflüsse von Ska, Reggae oder auch Rock sowie lateinamerikanische Rhythmen in ihren Sound aufgenommen. Der Name Argies resultiert aus der gleichnamigen abfälligen Bezeichnung der Argentinier durch britische Soldaten während des Krieges um die Malvinas.

    Album „La Frontera“ (CD 2001, vergriffen) mit Autogrammen.

    Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erlangten sie maßgeblich durch ihre Auftritte als Vorband der Toten Hosen bei deren Konzerten vor  rund 20 Jahren in Europa und Argentinien. Gefühlt ständig auf Tour, so auch in diesem Jahr, ist es dabei zur Tradition geworden, sich regelmäßig in Hohenems im österreichischen Vorarlberg blicken zu lassen, um mit den Lokalmatadoren der „Tankstutzen„, einer lokalen Coverband, die dortige Punkrock-Szene zu beglücken. Am Mittwoch dieser Woche hatte ich die Gelegenheit,  mit dabei zu sein im Kulturzentrum ProKontra, wo rund 100 feierwütige Fans, darunter zahlreiche von auswärts angereist, die Auftritte beider Bands gleichermaßen zelebrierten. Der wohl am weitesten angereiste Fan kam eigens aus Argentinien.

    Das Kulturzentrum ProKontra im Zentrum von Hohenems.
    Zwischen Bühne (rechts hinter dem Merch) und der Bar knubbelten sich die Zuschauer.
    Den Anfang machten Tommy und seine Tankstutzen.
    Die Argies gaben anschließend einen mitreißenden Auftritt.

    Text und Fotos/Video: chrkuehne

  • »V is coming«

    Es gibt neues von »GHOST«, der Band um Tobias Forge. Auf der Facebook-Präsenz der Gruppe war am Dienstag zu lesen: »[MESSAGE FROM THE CLERGY] We wish to inform you that our Sin City council is complete. Papa V Perpetua’s ascension is imminent. So let’s gather together at 12am EST (Eastern Standard Time, 6 Uhr morgens MEZ, Anm. d. Red.) on Wednesday, March 5. All are welcome to escape the travails of daily life and to become one with the phantasmagoric spectacle.« https://i.ghost-official.com/satanizedvideo

    Garniert mit einer mystisch anmutenden »V« Grafik und einem Kurzvideo, in dem eine Straßenreklame mit dem Text »V is coming« zu sehen ist. Es ist bekannt, daß »GHOST« zu jedem neuen Album immer auch eine neue Storyline und einen neuen »Papa« entwirft. So war es zuletzt auch beim Album »Impera« im Jahr 2022. Welches Aussehen und welche charakterlichen Eigenschaften »Papa V Perpetua« haben wird, ließ die Gruppe in weiteren Social Media Beiträgen gezielt offen.

    Noch im laufenden Jahr ist »GHOST«, im Juni 2023 gemeinsam mit »Halestorm« zuletzt in der Rockhal zu Gast, auch auf Welttournee. Was die Live-Auftritte anbelangt, gab es bereits vor längerer Zeit die Ankündigung, daß dort Smartphones nicht erlaubt sein werden, was einigermaßen kontrovers diskutiert wurde. Neu ist die Info, daß auch andere elektronisch-aufnahmefähige Geräte, wie Smartwatches, nicht zugelassen sein werden. Das nächstgelegene Konzert am 23. April in Frankfurt/Main am kommenden 23. April in der Festhalle Frankfurt kostet immerhin knapp über 90 Euro pro Nase bei Eventim.

    Wir dürfen also gespannt sein, ob sich hinter den mysteriösen Ankündigungen ein neues Album verbirgt. Grundsätzlich sollte es aber genau das sein, lehne ich mich mal aus dem Kirchenfenster.