Schlagwort: Tirol

  • Unterwegs im Vinschgau

    Wanderungen in Südtirols Nordwesten

    In der vergangenen Woche verschlug es mich endlich wieder in die Berge. Für mich ein magischer Sehnsuchtsort mein ganzes Leben lang, was sicherlich auch daran liegt, daß Vater uns in den 1980ern und 90ern regelmäßig in den Sommerferien zumeist ins Allgäu schleifte, während die Schulkollegen an irgendeinem Beach lagen. Damals habe ich es gehaßt. Wenn mit 16 die Hormone beginnen, Pogo zu tanzen und andere Interessen wecken, als in den Schulferien morgens um 5 Uhr aufzustehen, um die Scesaplana im Schweizer Rätikon zu erklimmen oder drei Wochen lang während der Osterferien im verregneten Ostallgäu trüber Touren zwischen Weihern zu unternehmen.

    Damals ahnte ich noch nicht, daß es aber genau diese Erlebnisse sein werden, die mich bis ins Erwachsenenalter prägen und selbst antreiben sollten, die Freude an den Bergen weiter zu tragen. Wie es das Schicksal will, ist es mir nicht mehr möglich, mit meinem Vater darüber zu fachsimpeln, verstarb er doch vor einem Vierteljahrhundert, jünger als ich es heute bin.

    Und so wird die Fahrt ins Allgäu und darüber hinaus jedes mal nicht nur eine Fahrt in die Berge, sondern auch zu den Erinnerungen der Kindheit und Jugend. wenn, gutes Wetter vorausgesetzt, hinter dem Rastplatz »Allgäuer Tor« an der A7 südwärts sich plötzlich die Kulisse der Allgäuer und Tannheimer Berge zeigt. Immer öfter aber habe ich in den letzten Jahren auch andere Regionen besucht, Abwechslung braucht der Mensch.

    So führte mich die rigide Corona-Politik Bayerns im Jahr 2020 mit einem Einreisetest in der Tasche, den eigentlich keiner sehen wollte, erstmalig nach Vorarlberg ins Montafon. Eine Entdeckung, die mich bis heute sehr glücklich macht. Dort habe ich seither bereits viermal eine gute Zeit verbracht und wunderbare Natur genießen können. In diesem Sommer aber wollte ich mal wieder über die Landkarte wandern und schauen, wo ich etwas neues oder neues altes entdecken könnte. Denn interessanterweise heftet sich das Hirn immer gerne an jene Regionen, die einem aus der Kindheit in Erinnerung geblieben sind.

    Das wohl berühmteste Wahrzeichen des Vinschgau ist der Kirchturm von Altgraun im Reschensee.

    So war es auch diesmal, als meine Wahl aufs südtiroler Vinschgau fiel. Die Region am Ortler kannte ich bisher nur durch eine einmalige Durchfahrt über Reschenpaß und über Meran in Richtung Gardasee zu einem der genannten Familienurlaube. Mich hat Südtirol immer fasziniert, auch wegen der politisch-geographischen Situation. Meine Wahl fiel auf das Örtchen Burgeis direkt am Rande der langen Halde, welche sich vom Reschensee hinab bis nach Mals zieht. Als wir Ende der 1990er Jahre hier vorbeifuhren, blieben mir die Schilder und gesprayten Parolen entlang der Strecke im Kopf. Eine beeindruckende Bergkulisse, über welcher der Ortler majestätisch thront, die aufgrund dieses politischen Schwelbrandes eine gewisse surreale Faszination auf mich ausübte. Von Nauders in Tirol her kommend, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, in Graun kurz zu halten, um den legendären Kirchturm zu sehen.

    Blick von Burgeis über die Halde, durch welche sich die SS40 von Reschen in Richtung Meran schlängelt.

    In den Tagen, die ich nun im oberen Vinschgau verbrachte, nahm ich keinerlei Reibungen wahr. Mein Vermieter, Südtiroler, kokettierte häufig mit italienischen Sprüchen, sprach dieses fließend mit seinen italienischsprachigen Gästen und hob die Vorteile hervor, die eine Zweisprachigkeit bringe. Ich selbst bin allerdings in der gesamten Woche in Restaurants, Geschäften und anderswo ausnahmslos mit Deutsch ausgekommen. Während Städte wie Meran oder Bozen langsam den Kipp-Punkt erreichen oder bereits überschritten haben, nach welchem mehr italienischsprachige Einwohner gezählt werden, als deutschsprachige, schien dies im Obervinschgau weit weg.

    Burgeis von Oben mit Fürstenburg und Pfarrkirche. Im Hintergrund der Hauptort Mals.

    Ich bezog ein hübsches kleines Zimmer mit Balkon und Blick auf die Bergkulisse und nutzte den ersten Tag, komplett verregnet, zur Akklimatisierung. Oftmals allerdings will mein Kopf schnell mehr, als mein Körper, dessen beste Kondition trotz regelmäßigen Joggens und gelegentlicher heimischer Wanderungen auch schon etwas her ist. So zog es mich am ersten Tag, unmotiviert, schon wieder ins Auto zu steigen, den Hausberg Watles hinauf. Mein Ehrgeiz interessierte sich mal wieder nicht für die Seilbahn und so war ich an jenem ersten Tag von 1.250 Metern Ortshöhe auf 2.300 Meter. es war schön, wieder in der grünen Natur des Alpenraumes unterwegs zu sein, so sehr ich verschiedene luxemburgische Regionen schätze. Aufgrund meiner Geschichte fühle ich mich hier einfach mehr zuhause. Die Überschreitung des Watlesgipfels aber ließ ich aus, da der Regen und der kalte Wind sich mit zunehmender Höhe deutlich intensivierten. Ich zog es vor, zur Bergstation der Seilbahn zu wandern, um mir dort ein paar Würstel und Bier zur verregneten Aussicht zu gönnen. Der Abstieg fand, natürlich nicht mit der Bahn, ganz einfallslos über den breiten Fahrweg bis oberhalb von Burgeis statt, wo ein kleiner Bergpfad mich zu dem kleinen »Bergsee« zurück führte, an welchem ich bereits beim Anstieg vorbeigekommen war. Für eine erste kleine Tour waren 18,3 km Strecke und 1.119 Höhenmeter in 5:30 Stunden sicherlich nicht schlecht.

    Der Ausblick von der Watles-Bergstation blieb überschaubar.
    Weiter unten lud der »Bergsee« zum Verweilen in absoluter Ruhe ein.

    Der zweite Tag sollte dann bei deutlich besserem Wetter mit der »Spitzigen Lun« (2.324m) oberhalb von Mals einen Gipfel bringen, der für seine tolle Aussicht bekannt ist. Da ich in einer Frühstückspension untergebracht war, wo ein Fortkommen auch mir Frühstücksmuffel nicht vor 9 Uhr möglich war, platzte mein Plan, die »Lun« über den kürzeren, steileren Weg ab dem kleinen Örtchen Planeil anzugehen, da hier alle elf Parkplätze bereits belegt waren. Also wieder hinunter nach Mals gefahren und dort vom großen Parkplatz aus den Hauptanstieg gewagt, welcher rund 1.200 Höhenmeter zu bieten hat.

    Der Weg schlängelt sich, mal auf dem Fahrweg, mal als Pfad zwischen her, den Hang hinauf und bietet immer wieder Ausblicke auf Mals und darüber hinaus.

    Mals
    Sonniger Steig auf dem »Balkon« über Mals mit Blick zum Ortler-Massiv.
    Glurns von oben, das ich am übernächsten tag noch besuche.
    Wunderbare Weitsicht

    Allerdings machte sich in der Höhe bemerkbar, daß meine Kondition trotz regelmäßiger sportlicher Aktivitäten in heimischen Gefilden wohl doch nicht mehr so höhentauglich ist. Zwar bin ich ein- bis zwei Mal im Jahr in den Bergen unterwegs, doch scheint dies kein Garant mehr für entsprechende Höhenfitneß zu sein. Rund 200 Meter unterhalb des »Lun«-Gipfels verließen mich die Kräfte. Auch vermehrte Pausen brachten keinen erholsamen Effekt. So beschloß ich schweren Herzens, den Rückweg anzutreten. Eigenschutz ist für mich das höchste Gut in den Bergen. Natur und Gesundheit bestimmen, wie weit ich Spaß haben darf und das herauszufordern halte ich für fahrlässig. Doch beim Abstieg zurück nach Mals hatte ich viel Freude an den Ausblicken, so daß das fehlende Gipfelkreuz an diesem Tag für mich leicht zu ertragen war.

    Blick hinüber zum Watles und zur Sesvenna-Gruppe mit der Fürstenburg und dem Kloster Marienberg bei Burgeis. Dort oben rechts bin ich gestern im Regen gekraxelt.

    Die Churburg ist eine hochmittelalterliche Burg über Schluderns, die zu den am besten erhaltenen Burgen der Region zählt. sie wurde um 1250 vom Fürstbischof Heinrich von Montfort von Chur erbaut, um die aufstrebenden Herren von Matsch in Schach zu halten, wie es heißt. Im Jahr 1297 ging die Burg in den Besitz eben jener Herren von Matsch über. Nach dem Tod des letzten männlichen Vertreters der Matscher im Jahr 1504 fiel die Burg an die Familie Trapp, welche bis heute Eigentümer ist. Nach meiner Wanderung bei Mals fuhr ich kurz nach Schluderns und konnte immerhin einen Schnappschuß mitnehmen.

    Die Churburg in Schluderns

    Am Mittwoch, dem dritten Tag, ging es dann nach Sulden am Ortler. Die Fahrerei dorthin, teils über die Stilfserjoch-Straße, entpuppte sich aufgrund von Radfahrern, Baustellenfahrzeugen und dem üblichen Verkehr als so anstrengend, wie gedacht. Oben angekommen war es erstaunlich wenig überfüllt. Mein heutiges Tagesziel sollte keiner der Gipfel meiner »To-do-Liste« sein, sondern aufgrund der gesundheitlichen Erfahrung des Vortages ein Aufstieg zur Düsseldorfer Hütte (2.721m) durch das Zaytal, welcher mit zweieinhalb Stunden veranschlagt ist.

    Bergwelt um Sulden

    Zu Beginn wird der Pfad begleitet von einen reißenden Wildbach, später umstanden von Kühen, die sich nicht sonderlich für den Wanderer interessieren.

    Immer aber im Rücken: Der große Ortler, der bis auf ein paar lichte Momente sein Haupt verdeckte. Sowieso habe ich in der gesamten Woche vor Ort auch vom Balkon meines Zimmers in Burgeis aus den Ortler nie »oben ohne« sehen können.

    »König« Ortler (3.905m). Höchster Berg Südtirols sowie der gesamten Region Tirol.

    Im oberen Teil nahmen die Wandererströme dann aufgrund des zukommenden Weges vom Kanzellift deutlich zu und »Everest-Feeling« machte sich in den letzten Serpentinen zur bereits sichtbaren Hütte breit.

    Wanderer wie an der Perlenschnur. Insbesondere Niederländer und Italiener pflegen beim Wandern gern ohne Unterlaß zu reden.
    Sehnsuchtsort (für heute): Die Düsseldorfer Hütte (Rifugio Serristori).

    Auch hier überkam mich kurz vor dem Ziel wieder diese eigenartige Erschöpfung, wie bereits am Vortag. Dieses Mal allerdings erreichte ich mein Ziel und ein großes Glas Spezi weckte die Lebensgeister für einen nahezu beschwerdefreien Rückweg, den ich auch recht zügig antrat, da die Hütte brechend voll war und ich mich nicht wirklich wohl fühlte. Die umliegende Berggegend ist wunderschön, jedoch aufgrund des Trubels an diesem Tag für mich nicht wirklich zu genießen. Im Abstieg, insbesondere nach dem Abzweig zum Kanzellift, war ich nahezu allein und konnte doch noch die Natur aufsaugen.

    Der Donnerstag, vierter Tag, wurde genutzt, um das obere Tal bis nach Glurns einmal zu erkunden, zumal das Wetter sich auch deutlich besser präsentierte. Der Weg führte zunächst durch Burgeis und hinaus an der Fürstenburg vorbei.

    Zunächst ging es entlang des Radweges durch Schleis, einem kleinen Dörfchen südlich von Burgeis.

    Es ist immer unangenehm, auf Radwegen wandern zu müssen, genau, wie es unangenehm ist, Radfahrer auf Wanderwegen ertragen zu müssen. Hier allerdings führte der ordnungsgemäße Wanderweg alternativlos entlang der Radroute Via Claudia Augusta. Man hält sich halt am Rand. In Laatsch verlasse ich die Radroute und nehme eine kleine Teerstraße jenseits der Brücke über die junge Etsch in Richtung Glurns.

    bei der Pfarrkirche zum heiligen Luzius biege ich ab in Richtung Glurns.

    Im Anschluß an den Abzweig in Richtung Glurns bei der Kirche on Laatsch komme ich auf der sonnigen und aussichtsreichen Teerstraße mit Blick auf die Obstplantagen vor Glurns auch an einem, alten Bunker vorbei, der allerdings nicht zugänglich war.

    Mussolinibunker mit Blick ins Münstertal in Richtung Taufers.

    Die Bunker bei Laatsch im Vinschgau sind Teil des sogenannten Alpenwalls (italienisch: Vallo Alpino), einer massiven Befestigungslinie, die in der Zeit des Faschismus unter Mussolini errichtet wurde. Sie sollte die italienischen Staatsgrenzen, insbesondere zu Frankreich, der Schweiz, Jugoslawien und dem Deutschen Reich, sichern. Die Anlagen mussten nie einem Angriff standhalten.

    Die Bauarbeiten am Alpenwall begannen in den 1930er Jahren. Die Bunker sollten als Verteidigungsanlagen und Rückzugsorte für Soldaten dienen und einige Anlagen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges in NATO-Planungen eingebunden. Nach 1990 wurden dann die Anlagen geschleift und teilweise verkauft. In der Gegen um Mals stehen einige solcher Teile in der Landschaft.

    Weiter geht der Weg bei strahlendem Sonnenschein entlang von Obstanbauten in Richtung Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols und einer der kleinsten im gesamten Alpenraum überhaupt. Ihren mittelalterlichen Charakter hat sie von ihrer vollständig erhaltenen Stadtmauer. Glurns wurde erstmals 1163 urkundlich erwähnt und erhielt 1291 das Marktrecht. Durch seine günstige Lage an der Etsch und an wichtigen Handelsrouten wie der Via Claudia Augusta, nach welcher auch der oben begangene Radweg benannt ist, erlangte die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte, insbesondere durch den Salzhandel. Nach der Zerstörung im Engadiner Krieg (Schlacht an der Calven) im Jahr 1499 wurde die Stadt im 16. Jahrhundert unter Kaiser Maximilian I. wieder aufgebaut und mit der bis heute bestehenden, vollständig erhaltenen Stadtmauer mit ihren drei Tortürmen (Malser, Schludernser und Tauferer Torturm) und zehn Wehrtürmen befestigt. Glurns liegt strategisch günstig am Knotenpunkt mehrerer wichtiger Alpenpässe (Reschenpass, Ofenpass, Stilfser Joch).

    Entlang von Obstplantagen nach Glurns.
    Auf dem Stadtplatz herrscht reges Treiben.
    Die mächtigen Wehrtürme bestimmten das Stadtbild.
    Eindrucksvoll zeigt sich die östliche Stadtmauer im Bereich der Volksschule.
    Außerhalb der Stadtmauern sind Gärten angelegt.

    Ohne mich lang in Glurns aufzuhalten, bestaune ich die mittelalterliche Anlage und gehe bald weiter in Richtung Tartsch, nordöstlich gelegen. Unterwegs weiterhin verwöhnt mit tollen Aussichten.

    Anstieg zum Tartscher Bichl (oder auch Bühel) mit Blick zurück auf Glurns.

    Der Anstieg zum Tartscher Bichl oder auch Bühel genannt ist dann doch etwas schweißtreibend. Der Bichl ist 1.077m hoch un ein markanter, kahler Rundhügel bei Mals. Er ist ein Wahrzeichen der Region und bekannt für seine historische und geologische Bedeutung. Historikern zufolge war er bereits in vorrömischer Zeit besiedelt, woraufhin entsprechende Funde schließen lassen. Oben liegt der kleine Ort Tartsch, welcher 1928 zu Mals eingemeindet wurde und etwa die Pfarrkirche St. Andreas beheimatet, welche im Jahr 1499 im Engadiner Krieg zerstört und 1503 neu geweiht wurde. Sie besitzt einen romanischen Turm und ein spätgotisches Netzrippengewölbe. Hier mache ich eine ausgedehnte Pause und beschließe, die Einkehr, welche eigentlich für Glurns geplant war, nach Mals zu verlegen.

    Pfarrkirche St. Andreas in Tartsch.

    Von nun an geht es entlang der Hauptverkehrsstraße nach Mals. Der mittlere Waalweg, den ich mir eigentlich ausgesucht hatte, war im Bereich eines weiteren Mussolinibunkers gesperrt, weshalb der mühsame Anstieg völlig umsonst war. Die Sperrung ist nirgends ausgeschildert.

    Bunker 23 zwischen Tartsch und Mals.

    Der Bunker 23 in Tartsch ist ein herausragendes Beispiel für die Umnutzung der ehemaligen Militäranlagen des Alpenwalls. Er wurde er in ein Kunst- und Kulturprojekt verwandelt, welches zeitweise besichtigt werden kann.

    Mals von Süden.

    Dann erreiche ich Mals, welches ich ja bereits vom Dienstag flüchtig kenne. Hier gibt es erstmal zwei kalte Humpen Forst Bier und was zu knabbern, bevor ich mich durch den Ort und über den Sonnensteig zurück nach Burgeis aufmache.

    Im Zentrum von Mals.
    Noch ein Bunker.

    Der Sonnensteig quert die Halde, welche sich vom Reschensee hinunter ins Tal erstreckt und die auch von der SS40 im Zickzack durchzogen ist. er bietet noch einmal eine schöne Talsicht. Dann ist Schluß und ich bin ziemlich erschöpft. Eine tolle Rundtour und das ganz ohne Gipfel. Es war zwar anstrengend aber nicht so sehr, wie die Gipfel-Schinderei. Wegweisendes Erlebnis.

    Der Freitag war mein Letzter Tag in Südtirol. Das Wetter war bereits in Abreiselaune und bescherte mir einen völlig verregneten Morgen, an dem ich nach Reschen am See fuhr, um ein bißchen spazieren zu gehen. Dort angekommen, beschloß ich, die Etschquelle aufzusuchen und nebenbei die dortigen Bunkeranlagen.

    Dürftiges Wetter zu Beginn des letzten Tages.

    Der Anstieg zur Etschquelle, an welcher sich eine Busladung italienischer Touristen tummelte, verlief größtenteils durch den Ort.

    Gute Reise zur Adria!

    Nachdem die Quelle abgehakt war und das Wetter tatsächlich besser wurde, beschloß ich im Anschluß an die Besichtigung der Bunkeranlagen im Quellenbereich (nur von außen möglich ohne Führung), den Forstweg hinauf in Richtung der Panzersperren- und Kasernenanlagen aus der Mussolinizeit zu gehen, hielt mir aber die Option Abstieg nach Nauders in Tirol offen. Letzterer Plan wurde allerdings durch Sperrungen der Wege nach Nauders an der Grenze zunichte gemacht.

    Beim Check mehrerer Wetter-Apps und auch des Vinschgau-Wetters sah ich allerdings, daß gegen 14 Uhr Gewitter gemeldet waren und so beschloß ich, nicht zu lange in der Höhe zu bleiben und in Richtung Süden wieder bis nach Reschen abzusteigen. Dabei taten sich einige schöne Aussichten auf. Pünktlich unten im Ort fing es stark an zu regnen. Das Gewitter blieb zwar aus, jedoch war es nicht verkehrt, rechtzeitig abgestiegen zu sein.

    Blick über Reschen am See zum Haideralm-Lift unterhalb von Zehnerkopf, Zwölferkopf und Elferspitze.

    Am Abend noch einmal bis es dunkel wurde auf meinem phantastischen Balkon gesessen, Musik gehört und Bier getrunken. Es war eine schöne Woche.

    Nach einem kräftigen Gewitter am Abend zeigte sich die Sonne noch einmal …
    … und auch König Ortler zog kurz seinen Hut für mich zum Abschied.
    Die Farben und Kontraste der Berge veränderten sich am Abend quasi minütlich, wie hier bei der Tschenglser Hochwand. Ich hätte 100 Fotos machen können.
    Was man von meinem Balkon aus unter anderem sehen konnte.

    Text und Fotos: chrkuehne