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    Dienstag, 29. April 2025 um 12:30 Uhr in Schifflingen 🇱🇺

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    Donnerstag, 24. April um 19 Uhr in Bad Mondorf 🇱🇺

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    Montag, 21. April 2025 um 14 Uhr in Düdelingen 🇱🇺

    (Foto: chrkuehne)
  • »Black Mirror« Staffel 7

    Ein kurzer Grusel, eine Fortsetzung und ein Tamagotchi-Spiel

    Als die britische Science-Fiction-Serie »Black Mirror« im Jahre 2013 mit ihrer ersten Staffel bei Netflix aufschlug, schaute ich eher semi-neugierig mal rein, was das wohl sein mag. Mich interessieren dystopische Zukunftsvisionen und Science-Fiction seit je her, nur leider ist vieles, was in der Streaming Welt diese Bezeichnung trägt, eher Schrott.

    Wir erinnern uns, daß die erste Staffel seinerzeit lediglich 3 in sich abgeschlossene Kurzgeschichten umfaßte, darunter in »Der Wille des Volkes« die Entführung der britischen Prinzessin Susannah, für deren Freilassung die Entführer forderten, der Premierminister müsse live im TV mit einem Schwein Sex haben. Ein irritierender Thriller, der »Black Mirror« sofort im Kopf verankerte.

    Auch die beiden nachfolgenden Filme der ersten Staffel mit »Das Leben als Spiel« sowie »Das transparente Ich« verstörten mit ihren Zukunftsvisionen einer völligen Auslieferung des Menschen in die Welt moderner Technologien im negativen Kontext.

    Die nachfolgenden Staffeln werden dann länger und sind weiterhin durchaus immer wieder mit dystopischem Content versehen. Insbesondere »Böse neue Welt« hat mich enorm fasziniert. Auch »Abgestürzt« aus Staffel 3 fand ich extrem bedrückend. Eine Phantasie in einer Welt, in der Menschen nach ihrem Social Ranking beurteilt werden und dementsprechend belohnt oder bestraft werden, die in Asien bereits bis zu einem gewissen Grad Realität geworden ist und auch bei uns auf die ein oder andere Weise immer näher rückt.

    In »Männer aus Stahl« macht eine private Militärorganisation in Dänemark Jagd auf Mutanten, sogenannte »Kakerlaken«. Eine ethnische Säuberungsaktion durch Soldaten eines Eugenik-Programms. Dies sind Episoden, die mir besonderes gefallen haben, und ja: Auch »U.S.S. Callister« aus der vierten Staffel gehörte irgendwie dazu.

    Daß es nun in Staffel 7 eine Fortsetzung dazu gibt, fand ich grundsätzlich nicht schlecht, nur im Gegensatz zu den dystopischen Gesellschaftskritiken der genannten Episoden wirkt die Handlung zu phantastisch-abgehoben mit dem im Kern von »Infinity« sitzenden Klon von Robert Daly. Irgendwie war in der Fortsetzung für mich der Lack ab und auch das, was »Black Mirror« für mich ausmachte, nicht mehr wirklich vorhanden. Das findet sich meines Erachtens in der siebten Staffel eigentlich nur noch in der ersten Episode, die wieder deutlich mit dystopischen Zukunftsvisionen spielt, wenn Amanda und Mike an »Rivermind« und seinen Abo-Fallen zerbrechen. Das kalte Abo-Geschäft mit dem Leben läßt gar nicht kalt und den Zuschauer am Schluß schockiert zurück.

    Demgegenüber konnten mich die restlichen Episoden zwar hier und dort interessieren und neugierig machen, jedoch immer nur bis zu einem bestimmten Grad. Der Funke sprang am Ende dann doch nicht über. Ein netter Gimmick ist die Episode »Spielzeug«. Die Episode zum Spiel »Thronglets« oder auch umgekehrt. Denn passenderweise wurde eine Smartphone-Version des Spiels, das eine Art Tamagotchi-Verschnitt darstellt, in dem kleine Wesen gefüttert, gewaschen und amüsiert werden müssen, zeitnah ebenfalls auf Netflix veröffentlicht. Hier überzeugten mich in erster Linie die Passagen des Cameron Walker über die Gesellschaft und die Natur des Menschen. Der Rest wirkt eher wie eine um das Game herum zusammengezimmerte Story. »Hotel Reverie« sehe ich eigentlich ähnlich: Eine Story, die über eine Reihe von Spezialeffekten gelegt wurde und in meinen Augen zu keinem Zeitpunkt wirklich gezündet hat. Was jedoch ohne Frage geblieben ist, sind die überzeugenden Schauspieler.

    Vielleicht ist weniger doch mehr und »Black Mirror« sollte sich wieder mehr auf seine Ausgangsidee konzentrieren. Gerne warte ich einige Zeit auf „nur“ 3 neue Episoden, die es aber dafür wieder durchgängig in sich haben.

    (Foto: Wikipedia)

  • Warum ich am liebsten barfuß bin

    Ein Einwurf in eigener Sache

    Heute geht es mal nicht um ein neues Metal Album oder ein schönes Foto. Es geht um etwas sehr persönliches, das für mich selbst ganz genauso schön ist, wie eine neue Platte in Händen zu halten oder an einem schönen Ort Fotos zu machen.

    So weit ich zurück denken kann, war es für mich immer etwas sehr beeindruckendes, meine Umwelt nicht nur mit den Händen unmittelbar zu erleben,  sondern auch mit den Füßen. Letzteres geht nicht, wenn diese in Fußbekleidung stecken. Ich fühle mich dann eingeengt und in meiner Sinneswahrnehmung beschränkt. Wer einmal barfuß über eine taufrische Wiese gegangen ist oder über nassen Asphalt, der im Schatten noch kühler ist, als im sonnenbeschienenen Bereich, weiß vielleicht, was ich meine. Diese Wahrnehmungen bleiben Schuhträgern grundsätzlich verwehrt. Es ist, als würde man beim Essen Boxhandschuhe tragen müssen.

    Nun habe ich mich, wie wohl die meisten Kinder und Jugendlichen, damals in mehr oder weniger angesagte Schuhe gezwängt, weil ich mich auch später als Teenager, oder gerade dann, nicht getraut habe, so zu sein, wie ich wollte, aus Angst vor Ausgrenzung. Dazu kommt, daß viele Eltern oder Mitschüler ein sehr gefestigt falsches Bild von der Barfüßigkeit  hatten und haben. Hört man auf solche Leute, geht man abends mit schmutzigen Sohlen ins Bett oder watet den ganzen Tag buchstäblich knietief in Kot und Scherben durch die Stadt. Und natürlich der Evergreen: Die gute alte Blasenentzündung. Wenn Kinder mich sehen und ihre Eltern auf mich aufmerksam machen, höre ich häufig die verrücktesten Dinge, geboren aus der elterlichen Angst, die Sprößlinge könnten sich auch die Schuhe ausziehen und ihre Erzeuger blamieren. Denn ich glaube,  zu 90 % geht es darum, wenn eine Mutter sagt „Das macht man nicht,  der Mann wird davon krank!“. wer glaubt, Barfuß laufen sei ekelhaft, sollte vielleicht abends nach dem Schuhe ausziehen mal an seinen Socken riechen. Und wer findet, daß die Stadt zum barfuß laufen zu schmutzig sei, sollte sich fragen, warum das so ist und nicht, warum der Typ da barfuß unterwegs ist.

    Nun müssen solche Eltern grundsätzlich mit sich selbst ausmachen, daß sie ihren Nachwuchs knallhart belügen, das bräuchte mich nicht scheren, wie überhaupt negative Erlebnisse. Doch sind manche Reaktionen derart aggressiv, daß man sich wirklich fragt, welches gesellschaftliche Bild mancher in sich trägt. Von lauten Würgegeräuschen bis zu offenem Auslachen oder Beschimpfen aus dem Auto heraus oder in Läden ist da alles dabei. Ich würde allerdings den freundlichen Mitmenschen nicht gerecht werden, würde ich positive und gar interessierte Begegnungen unerwähnt lassen und auch die Akzeptanz für meinen „Spleen“ durch meine Familie. Ja, das ist schön. Am liebsten aber möchte ich gar keine besondere Aufmerksamkeit bekommen, sondern ohne Fußbekleidung sein, wie es mir gefällt, während andere ohne Kopfbedeckung sind, wie es ihnen gefällt.

    Und niemand muß fürchten, mich in einem Restaurant,  Krankenhaus oder zu einem wichtigen familiären Anlaß „unten ohne“ anzutreffen. Das sind meine selbst gesetzten Grenzen, an denen meine persönliche Freiheit diesbezüglich meiner Meinung nach endet. Und eigentlich habe ich nach so vielen Jahren auch irgendwie keine Geduld mehr für die immer gleichen Miesepeter, denen es nicht gefällt, was ich mache, obwohl ich niemand anderes damit einschränke. Und niemand interessiert sich dafür, was mir so alles nicht gefällt an Mitmenschen.

    Und wer es selbst nicht machen möchte, muß es nicht. Nur ist es deswegen nicht schlecht: So schreibt eine große deutsche Krankenkasse, daß barfuß laufen in der menschlichen Evolution den aller größten Zeitraum belegt hat und unser Bewegungsapparat im Grunde noch immer so aufgebaut ist. Daß Barfüßigkeit durch die Stimulierung der Sohlen, die zwar mit der Zeit dicker, jedoch nicht weniger sinnessensibel werden, zum Wohlbefinden und zum Streßabbau beiträgt und daß es schlußendlich auch Gelenke schont, Wahrnehmung für den Untergrund verbessert (also leider doch kein Waten in Unrat) und durch die geschmeidigeren Abläufe schlicht den gesamten Körper trainiert. Nach den ersten langen Wanderungen im Frühjahr spürt man deutlich, was gemeint ist. Muskelkater!

    In Neuseeland und Australien gehört Barfüßigkeit zum Lifestyle. Das Straßenbild ist oft voll von unbeschuhten Menschen, ähnlich weit verbreitet ist Alltagsbarfüßigkeit in den Alpenländern, wie in Österreich. Hier bin ich jedes Jahr mehrmals und es sind in der warmen Jahreszeit nicht nur Menschen jeden Alters unbeschuht unterwegs, auch kommt es kaum jemandem in den Sinn, offen Ekel oder Ablehnung auszudrücken.

    Es liegt auf der Hand, daß Barfüßigkeit nicht ungesund ist, außer natürlich dort, wo eindeutig Gefahr besteht. Und es ist nicht unhygienisch. Weder steckt man sich seine Füße in den Mund, noch nimmt man sie ungewaschen mit ins Bett. Woran liegt es also dann, daß so viele Menschen förmlich ausrasten beim Anblick von blanken Füßen? Weil man keine Instagram-Füße hat? Weil man aus der Masse heraussticht? Und war das auch mal anders? Mein Friseur sagte einmal, ich würde mit meinem Verzicht auf Schuhe ein „Statement setzen“. Daran hatte ich zuvor noch gar nicht gedacht. Ich erinnere mich zurück an die Jugend der 1980/90er, in der Zeit also, in der ich mich selbst nicht traute, daß ich wesentlich mehr Menschen barfuß im Alltag sah. Warum hat sich das so massiv geändert?

    Soviel dazu.

    (Foto: chrkuehne)

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    Samstag, 5. April 2025 um 20:15 Uhr bei Bitburg 🇩🇪

  • Finnische Urgewalt

    Neues Album »Ikiharmaja – (Evergrey)« von Sammale

    Finnland, das sind endlose Wälder, Seen und Flüsse, Fabelwesen und Urgewalten der nordischen Welt – und in jedem noch so kleinen Dorf eine Metalband, wie wir kürzlich aus einer kurzen aber schönen Arte-Reportage lernen konnten, obwohl wir es ja eigentlich schon immer wußten. Die Finnen verstehen ihr musikalisches Handwerk in mannigfaltigen Genres. Eines, das es mir persönlich angetan hat, ist das des Melodic Black Metal.

    Hier bin ich vor einigen Tagen über eine Album-Veröffentlichung gestolpert, die mich sofort in ihren Bann zog: »Ikiharmaja – (Evergrey)« der finnischen Band Sammale, deren Markenzeichen eine Mischung aus Melancholie und verträumter Atmosphäre ist, die sich sehr häufig an Elemente aus der finnischen Natur und nationalen Identität im Angesicht jahrhundertelanger Fremdherrschaft und erreichter Selbständigkeit anlehnt. Die Texte des neuen Albums drehen sich so neben dem erwähnten Gedicht auch um Trauer im Ersten Weltkrieg sowie Volkslieder. Diese Bodenständigkeit, ausgedrückt durch das Stilmittel des Black Metal, ist für mich deutlich faszinierender, als die x-te »Teufel«,»Hölle«-Thematik anderer Metal-Vertreter.

    Es ist die bisher vierte Veröffentlichung der Nordländer und gleich das erste Stück trägt atmosphärisch ordentlich auf: »Vapauden Virsi« (»The Hymn of Freedom«) beinhaltet den Text eines Gedichts mit dem selben Namen von Eino Leino, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten sowie eines großen Vertreters der Poesie des Landes und handelt von der Unabhängigkeit Finnlands von russischer und schwedischer Herrschaft.

    Insgesamt bieten die fünf langen Tracks des am 28. März digital, auf CD und Kassette bei Naturmacht erschienenen Albums eine gelungene Kombination aus traditionellen Klängen und Metal-Komponenten, häufig sehr melodisch und nicht zu abstrakt. Ein wunderschönes Cover-Artwork rundet das Ganze ab. Ich hoffe auf eine Vinyl-Ausgabe.

    Albumcover (Foto: naturmacht.com)

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    Sonntag, 30. März 2025 um 13 Uhr in Ermsdorf 🇱🇺

    (Foto: chrkuehne)

  • Neu von Arch Enemy:

    »Blood Dynasty« – Solider Sound mit Überraschung

    Am Freitag veröffentlichte die 1995 im schwedischen Halmstad gegründete Melodic Death Metal Band Arch Enemy ihr mittlerweile zwölftes Studioalbum. »Blood Dynasty« folgt damit auf »Deceivers« aus dem Jahre 2022 und ist das erste Album der Band, auf welchem Gitarrist Joey Concepcion zu hören ist, nachdem Jeff Loomis die Band 2023 verlassen hatte, obwohl letzterer auf den Bonustracks »Break the Spell« und »Moths« noch mitwirkt. Bereits am vergangenen 31. Juli wurde als erste Single »Dream Stealer« veröffentlicht. Das neue Album umfaßt elf Tracks, plus die genannten beiden Bonustitel.

    »Blood Dynasty« startet mit dem seit letztem Sommer bekannten »Dream Stealer« fulminant und setzt sich in »Illuminate the Path« nicht weniger stürmisch, mit eingängiger Hintergrundmelodie und einem Wechsel zwischen klarem Gesang und dem typischen Growling von Sängerin Alissa White-Gluz fort. Die Kanadierin mit der auffälligen blauen Mähne ersetzte im Jahre 2014 die Deutsche Angela Gossow und ist seither das optische Markenzeichen der Band. Alissa schlägt in der Ballade »Vivre Libre« später im Album auch deutlich andere Töne an, als man überwiegend von ihr gewöhnt ist. Soviel Klarstimme gibt es ansonsten selten und man mag darüber streiten, ob der Song zum Album paßt, allerdings ist er für sich genommen ein schönes Stück.

    Der Rest ist solides Arch-Enemy-Programm und das durchaus noch einmal besser und abwechslungsreicher, als auf »Deceivers«. Schon faszinierend, mit welcher Routine auch beim zwölften Mal, rein die Studio-Alben betrachtet, hier mitreißendes Ohrensausen abgeliefert wird.

    Die Schweden sind darüber hinaus auch hierzulande keine Unbekannten mehr: Am kommenden 3. November sind sie bereits zum dritten Mal in den vergangenen drei Jahren in Esch/Alzette zu Gast. Nachdem sie im vergangenen Jahr im Rahmen der »Rising from the North«-Tour gemeinsam mit ihren Landsleuten von In Flames und Soilwork die Rockhal zum Beben brachten, werden sie in diesem Herbst auf ihrer »Blood Dynasty Tour« durchaus hochkarätig von den Progressive-Metal-Finnen »Amorphis« und der schweizerischen Folk-Metal-Formation »Eluveitie« begleitet.

    Der Vorverkauf auf https://rockhal.lu/shows/arch-enemy-2025/ läuft bereits und das Ticket kostet 59 Euro. Angesichts des Lineups absolut machbar.

    Albumcover (archenemy.net)

    Auf 500 Stück limitierte „creamy white“ Vinyl. (Foto: chrkuehne)
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    Donnerstag, 27. März 2025 um 11:20 Uhr Sandweiler 🇱🇺