Schlagwort: Metal

  • Finnische Urgewalt

    Neues Album »Ikiharmaja – (Evergrey)« von Sammale

    Finnland, das sind endlose Wälder, Seen und Flüsse, Fabelwesen und Urgewalten der nordischen Welt – und in jedem noch so kleinen Dorf eine Metalband, wie wir kürzlich aus einer kurzen aber schönen Arte-Reportage lernen konnten, obwohl wir es ja eigentlich schon immer wußten. Die Finnen verstehen ihr musikalisches Handwerk in mannigfaltigen Genres. Eines, das es mir persönlich angetan hat, ist das des Melodic Black Metal.

    Hier bin ich vor einigen Tagen über eine Album-Veröffentlichung gestolpert, die mich sofort in ihren Bann zog: »Ikiharmaja – (Evergrey)« der finnischen Band Sammale, deren Markenzeichen eine Mischung aus Melancholie und verträumter Atmosphäre ist, die sich sehr häufig an Elemente aus der finnischen Natur und nationalen Identität im Angesicht jahrhundertelanger Fremdherrschaft und erreichter Selbständigkeit anlehnt. Die Texte des neuen Albums drehen sich so neben dem erwähnten Gedicht auch um Trauer im Ersten Weltkrieg sowie Volkslieder. Diese Bodenständigkeit, ausgedrückt durch das Stilmittel des Black Metal, ist für mich deutlich faszinierender, als die x-te »Teufel«,»Hölle«-Thematik anderer Metal-Vertreter.

    Es ist die bisher vierte Veröffentlichung der Nordländer und gleich das erste Stück trägt atmosphärisch ordentlich auf: »Vapauden Virsi« (»The Hymn of Freedom«) beinhaltet den Text eines Gedichts mit dem selben Namen von Eino Leino, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten sowie eines großen Vertreters der Poesie des Landes und handelt von der Unabhängigkeit Finnlands von russischer und schwedischer Herrschaft.

    Insgesamt bieten die fünf langen Tracks des am 28. März digital, auf CD und Kassette bei Naturmacht erschienenen Albums eine gelungene Kombination aus traditionellen Klängen und Metal-Komponenten, häufig sehr melodisch und nicht zu abstrakt. Ein wunderschönes Cover-Artwork rundet das Ganze ab. Ich hoffe auf eine Vinyl-Ausgabe.

    Albumcover (Foto: naturmacht.com)

  • Neu von Arch Enemy:

    »Blood Dynasty« – Solider Sound mit Überraschung

    Am Freitag veröffentlichte die 1995 im schwedischen Halmstad gegründete Melodic Death Metal Band Arch Enemy ihr mittlerweile zwölftes Studioalbum. »Blood Dynasty« folgt damit auf »Deceivers« aus dem Jahre 2022 und ist das erste Album der Band, auf welchem Gitarrist Joey Concepcion zu hören ist, nachdem Jeff Loomis die Band 2023 verlassen hatte, obwohl letzterer auf den Bonustracks »Break the Spell« und »Moths« noch mitwirkt. Bereits am vergangenen 31. Juli wurde als erste Single »Dream Stealer« veröffentlicht. Das neue Album umfaßt elf Tracks, plus die genannten beiden Bonustitel.

    »Blood Dynasty« startet mit dem seit letztem Sommer bekannten »Dream Stealer« fulminant und setzt sich in »Illuminate the Path« nicht weniger stürmisch, mit eingängiger Hintergrundmelodie und einem Wechsel zwischen klarem Gesang und dem typischen Growling von Sängerin Alissa White-Gluz fort. Die Kanadierin mit der auffälligen blauen Mähne ersetzte im Jahre 2014 die Deutsche Angela Gossow und ist seither das optische Markenzeichen der Band. Alissa schlägt in der Ballade »Vivre Libre« später im Album auch deutlich andere Töne an, als man überwiegend von ihr gewöhnt ist. Soviel Klarstimme gibt es ansonsten selten und man mag darüber streiten, ob der Song zum Album paßt, allerdings ist er für sich genommen ein schönes Stück.

    Der Rest ist solides Arch-Enemy-Programm und das durchaus noch einmal besser und abwechslungsreicher, als auf »Deceivers«. Schon faszinierend, mit welcher Routine auch beim zwölften Mal, rein die Studio-Alben betrachtet, hier mitreißendes Ohrensausen abgeliefert wird.

    Die Schweden sind darüber hinaus auch hierzulande keine Unbekannten mehr: Am kommenden 3. November sind sie bereits zum dritten Mal in den vergangenen drei Jahren in Esch/Alzette zu Gast. Nachdem sie im vergangenen Jahr im Rahmen der »Rising from the North«-Tour gemeinsam mit ihren Landsleuten von In Flames und Soilwork die Rockhal zum Beben brachten, werden sie in diesem Herbst auf ihrer »Blood Dynasty Tour« durchaus hochkarätig von den Progressive-Metal-Finnen »Amorphis« und der schweizerischen Folk-Metal-Formation »Eluveitie« begleitet.

    Der Vorverkauf auf https://rockhal.lu/shows/arch-enemy-2025/ läuft bereits und das Ticket kostet 59 Euro. Angesichts des Lineups absolut machbar.

    Albumcover (archenemy.net)

    Auf 500 Stück limitierte „creamy white“ Vinyl. (Foto: chrkuehne)
  • Mastodon

    Am 3. August im »Atelier« in Luxemburg

    Den Sommer nutzen viele Bands, um zwischen ihren Shows bei diversen Festivals quer durch Europa immer wieder Club-Auftritte einzuschieben und dort unter Umständen auch schon mal eine andere Setlist zu präsentieren, als auf den großen Bühnen. Dies tun beispielsweise die Thrasher von Kreator. Oder auch etwa Machine Head, deren Auftritt ebenfalls im kommenden August im »Atelier« nach für luxemburgische Verhältnisse sehr kurzer Zeit ausverkauft war. Auch eine der einflußreichsten US-amerikanischen Metalbands des 21. Jahrhundert läßt sich diese Gelegenheit nicht nehmen und schiebt am Sonntag, dem 3. August 2025 ebenfalls einen Auftritt im »Atelier« in ihren Festivalkalender.

    Mit ihrem progressiv-modernen Ansatz des Metal, der lange Instrumentalpassagen, anspruchsvolle Rythmusvariationen und komplizierte Gitarrenriffs vereint, haben sie sich weltweit einen Ruf gemacht. Gegründet im Jahre 2000 in Atlanta hat die Band bisher acht Studioalben veröffentlicht und im Jahre 2018 für das Lied »Sultan’s Curse« einen Grammy in der Kategorie »Best Metal Performance« einheimsen können. In ihrem Versuch, Metal immer wieder neu und modern zu definieren, greifen sie nicht selten zu interessanten und außergewöhnlichen Geschichten. So etwa für ihr zweites Album »Leviathan« aus dem Jahr 2004, welches ein Konzeptalbum war, welches auf Herman Melvilles ikonischem Roman Moby Dick über Walfang und Besessenheit basierte und der Band den kommerziellen Durchbruch bescherte. Das Album wird von Kritikern als eines der wichtigsten Alben in der Geschichte des Genres angesehen. Das 2017 erschienene Album »Emperor of Sand« debütierte direkt in den Top Ten und wurde für einen Grammy als bestes Rockalbum nominiert. Im vergangenen Jahr taten sie sich mit Lamb of God um Sänger Randy Blythe für die Single »Floods of Triton« zusammen.

    Nach langer Zeit also wieder ein Live-Auftritt der Band aus Atlanta hier in Luxemburg. Wer das Fassungsvermögen des »Atelier« in der Hollericher Straße kennt und gesehen hat, wie schnell Machine Head die Bude vollgemacht haben und sicherlich zum Beben bringen werden, sollte sich am kommenden Freitag, dem 28. März um 11 Uhr nichts vornehmen, denn dann startet der Ticketvorverkauf für den 3. August unter https://www.atelier.lu/shows/mastodon-2/.

  • Samstag, 15. März in Belval:

    Desdemonia (LU) – Drogher (LU) – All it’s Grace (DE)

    Für Kurzentschlossene Metalfreunde in und um Luxemburg noch schnell der Veranstaltungstipp: Am morgigen Samstagabend öffnen sich die Türen der MK Bar in Belval wieder für einen Live Metal Abend der Extraklasse. Eigentlich muß man über die luxemburgischen Death-Metal-Vertreter Desdemonia nicht mehr viele Worte verlieren, sind sie doch mittlerweile international bekannt. Die 1994 in Helmdange gegründete vierköpfige Band absolvierte bereits zwei Jahre später ihren ersten Live-Auftritt und ist heute international unterwegs im Kreise anderer Vertreter der Metalszene, wie Apocalyptica, Oomph! oder Soilwork sowie auf zahlreichen Festivals in Europa. Ihr viertes Studioalbum erschien im Frühjahr 2018 und trägt den Titel »Anguish«.

    All it’s Grace sind eine 2004 in Mainz gegründete Band, die sich modernem Melodic Death Metal mit Metalcore-Einflüssen verschrieben hat. Die Band hat bisher zwei Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2023 mit dem Titel »To What End?«.

    Drogher sind eine 2021 in Luxemburg entstandene Band, die mit einem Mix aus Progressive- und Thrash Metal unterwegs ist. Die vierköpfige Kombo hat bisher eine EP und drei Singles veröffentlicht, unter letzteren im Jahr 2024 »Mither« und »Pariahs Parade«.

    Der Eintritt kostet 13 Euro (online 10 Euro) und Showbeginn ist um 20.30 Uhr. Weitere Infos unter www.desdemonia.net. Die MK Bar ist zu finden in der 1, Avenue du Swing, L-4367 Belvaux.

    (Foto: Desdemonia.net)

  • Neu auf dem Plattenteller:

    SAOR: »Amidst The Ruins«

    Folk in Rock und Metal laufen allzu häufig Gefahr, ins Kitschige abzudriften. Es wirkt nicht selten wie zu dicke Tünche, die jede Struktur überdeckt. Seit 2013 gibt es das schottische Musikprojekt SAOR (Gälisch für »frei«). In Glasgow gegründet vom ehemaligen Falloch-Musiker Andy Marshall bewegt sich SAOR in den Weiten des atmosphärischen Black Metal, welcher sich hier sich mit traditionellen Klängen von Tin Whistle, Dudelsack und Violine mischt. Marshall selbst nennt es »Caledonian Black Metal«.

    Vor dem Hintergrund der rauen schottischen Landschaft und der uralten Geschichte bildet die Musik von SAOR eine Brücke zwischen der Wildheit des Black Metal und den zarten Feinheiten traditioneller schottisch-keltischer Melodien. Der Name der Band spiegelt dabei eigenen Aussagen zufolge ihr Engagement für künstlerische Freiheit und die grenzenlose Bandbreite ihrer musikalischen Erkundungen wider.

    Bisher veröffentlichte das Projekt fünf Alben: »Roots« (2013), »Aura« (2014), »Guardians« (2016), »Forgotten Paths« (2019) und zuletzt im Jahr 2022 »Origins«.

    Das im Februar neu erschienene sechste Album mit dem Titel »Amidst The Ruins« zeigt gleich beim ersten Track, dem Titelstück, die unglaublich große atmosphärische Dichte. In über 12 massiven Minuten entführt es den Zuhörer umgehend in die schottische Natur, die sich vor dem inneren Auge ausbreitet.

    Der Wechsel zwischen harten Metal- und weichen Folklore-Elementen, zwischen schnellen und ruhigen Abschnitten, sorgt für immer neue Erfahrungen beim Zuhörer. Das gesamte Album steckt dabei voller Überraschungen und umsteuert bewußt die eingangs erwähnten üblichen Klischees in seinen fünf langen Tracks, die es umfaßt.

    Das Vinyl-Album besticht zusätzlich zu seinen musikalischen Reizen auch mit edlem Design und Verarbeitung des Covers. Ein echter Hingucker für die Plattensammlung.

    »Amidst The Ruins« ist am 7. Februar 2025 erschienen beim Label »Season Of Mist« auf CD und Vinyl. Weitere Infos: https://www.season-of-mist.com/bands/saor/ oder https://www.saormusic.com/.

    Albumcover (Foto: Season Of Mist)

  • Death-Metal-Urgesteine »Benediction«:

    Neues Album und Rockhal-Auftritt

    Die im Jahr 1989 im britischen Birmingham gegründete Death-Metal-Formation »Benediction« gilt als eine der einflußreichsten Bands des Genres. Sie wurde von Mitgliedern der aufgelösten Band »Cerebral Fix« gegründet. Ihr Debütalbum »Subconscious Terror« wurde 1990 veröffentlicht und etablierte die Gruppe schnell innerhalb der Szene. Es folgten weitere erfolgreiche Alben wie »The Grand Leveller« (1991) und »Transcend the Rubicon« (1993). In den 1990er Jahren tourte die Band ausgiebig durch Europa und Nordamerika und spielte auf zahlreichen Festivals, wie etwa in Wacken. Nachdem Dave Ingram im Jahre 1998 die Band verließ, übernahm Dave Hunt den Gesang. Mit ihm veröffentlichte die Band weitere Alben und setzte ihre Tourneen fort. »Benediction« ist bekannt für ihren kompromißlosen Death-Metal-Sound, welcher von tiefen Growls, schnellen Riffs und treibendem Schlagzeugspiel geprägt ist. Die Texte sind meist dominiert von düsteren Themen.

    »Benediction«-Fans in Luxemburg dürfen sich gleich doppelt auf den April freuen: Nicht nur veröffentlicht die Band am 4. des Monats beim Label »Nuclear Blast« ihr neuestes Album »Ravage Of Empires«, aus dem kürzlich bereits die Singles »Engines Of War« und »Crawling Over Corpses« veröffentlicht wurden, sie machen im Rahmen ihrer aktuellen »Tales Of The Triple Death«-Tour vier Tage später auch in Luxemburg Station. Am 8. April werden die Briten dem Escher Rockhal Club einen Besuch abstatten und dabei von den US-amerikanischen Kollegen »Jungle Rot«, die eine Mischung aus Death Metal und Hardcore Punk präsentieren sowie »Master« unterstützt, die das Death-Metal-»Triple« vervollständigen.

    Drei Hochkaräter also, die für einen intensiven Abend im Rockhal Club sorgen dürften. Tickets gibt es für 44 Euro (inkl. Gebühren) unter https://rockhal.lu/shows/benediction-rockhal/.

    Cover des neuen Albums (Foto: Nuclear Blast Records)

  • Am 9. Mai in der Rock Box:

    Der Rote Milan – Asathor – Count Wizzart

    Asathor sind eine fünfköpfige luxemburgische Metal Band aus Dahlem, die Black Metal mit einem modernen, melodischen Death Metal Touch, angereichert mit einigen Post-Rock Einflüssen spielen. Sie sind bekannt für ihre aggressiven Live-Auftritte, die sie mit atmosphärischen Elementen ergänzen, um ein dynamisches und mitreißendes Live-Erlebnis zu schaffen. Seit der Veröffentlichung ihrer letzten EP »Quenta Mir: Sangwa« im Jahr 2024 ist das Musikkonzept der Band von den Werken J.R.R. Tolkiens inspiriert. Asathor haben sich die Bezeichnung »Tolkien Black Metal« für ihre Musik zu Eigen gemacht und nutzen ihre Musik, um die reichhaltigen Überlieferungen von Mittelerde zu thematisieren. Seit ihrer Gründung 2005 haben Asathor die Bühne bereits mit anderen namhaften Bands der heimischen Szene, wie Desdemonia oder Sublind, geteilt.

    Unterstützt werden sie am Freitag, dem 9. Mai in der Rock Box im hauptstädtischen Clausen von der bekannten deutschen Black Metal Formation Der Rote Milan aus Trier. Ihre Musik ist schnell, düster und atmosphärisch.

    Das Lineup komplett macht eine luxemburgische Experimental-Formation namens Count Wizzart.

    Der Eintritt kostet 10 Euro und es wird vom Veranstalter darauf hingewiesen, daß dieser ausschließlich bar entrichtet werden könne. Einlaß ist ab 17 Uhr, Beginn der Show um 20.30 Uhr.

    Weitere Informationen unter: https://rockbox.lu/live-acts/.

  • Neues Label, neues Album:

    »Scarlet Anger« starten durch

    »Scarlet Anger« sind der nationalen Metalszene Luxemburgs längst entwachsen und genießen mittlerweile internationale Bekanntheit. Am Mittwoch nun gab die Band bekannt, daß sie nicht nur für kommendes Jahr ein neues Album im der Pipeline habe, sondern auch, künftig unter einem neuen Label unterwegs zu sein. Nachdem der aktuelle Longplayer »Martyr« aus dem vergangenen Jahr international für Aufsehen gesorgt hatte, soll das kommende vierte Studioalbum der fünfköpfigen Band bei »Metalville« in Köln erscheinen.

    Das deutsche Label wurde 2008 von Chris Boltendahl (Sänger und Songwriter der deutschen Metal-Veteranen »Grave Digger«) und Holger Koch (ehemals »Nuclear Blast«, Chef von »International Locomotive Music« und Geschäftsführer von »Doro«) gegründet.

    »Scarlet Anger« könnten durch diesen Schritt nicht nur ihre musikalische Reichweite noch weiter ausdehnen, sondern würden mit erfahrener Unterstützung durch das neue Label auch verstärkt Live aktiv sein können. Auf den Erfolg des noch in Eigenproduktion erschienenen »Martyr« soll in diesem Sinne aufgebaut werden, wie es abschließend heißt. Weitere Infos: https://scarletanger.com/.